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Einladungsschrift zu der auf den ... festgesetzten öffentlichen Prüfung der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde · 1855-01-01 · 1855 · p. Seite 6

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Journal
Einladungsschrift zu der auf den ... festgesetzten öffentlichen Prüfung der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
Volume
1855
Date
1855-01-01
Page
Seite 6 (sequence 10)
Language
German
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IRI
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6 Geschlechter empfinden werden. Sind nach Allem diesem die engen Begriffe des Weibes nicht eine natürliche Folge? Aber auch die Moralität muH durch dieses System sich verschlimmern. Es scheint saft, als ob man auf diesem Gebiete wo das Weib dem Manne in seinen Vorsätzen gleich sieht und ihn durch die Reinheit des Lebens oft übertrifft, eben so sehr die großen Eigenschaften des Karakters, als die großen Fähigkeiten des Geistes fürchte. Ein dunkles Gefühl sagt uns, daß die edelsten Eigenschaften der Menschheit, die heilige Liebe zur Wahrheit und Gerechtigkeit, die Seelenstärke, die edle Offenheit zuweilen der Biegsamkeit, die man von den Frauen fordert, Eintracht thun konnten. Nicht als ob hier ein prämeditirter Vorsatz waltete, vielmehr hören wir oft die Mütter Tugenden preisen, deren Entwickelung zu fördern ihnen schwer wurde, weil sie dieselben selbst nicht besaßen. Wie ist es möglich Energie zu erzielen, wenn man selbst beständig das Beispiel der verzagtesten Rücksichten gibt? Welches junge Mädchen bemerkt nicht, wie man sich bemühet, tausend Dinge zu verbergen, zu entstellen? Lehrt man ihm nicht stillschweigend die Kunst der Umwege, wenn man ihm so oft Mangel an Gewandtheit vorwirft? Und dennoch sind diese halbliftigen Gewohnheiten weit entfernt, zur Sanftmuth, zur Gelehrigkeit zu stimmen. An die Stelle des gefürchteten motivirten Widerstandes tritt eine unüberlegte, launenhafte Empörung, die bescheidenen resignirten Tugenden res Weibes werden nicht erzielt und man hat vergebens die edlen Eigenschaften geopfert, mit denen die Natur sie begabt hat. Dieses ist der große Vorwurf, den man der weiblichen Erziehung machen kann. Die meisten der gehegten Absichten lassen sich rechtfertigen, aber zu ihrer Erreichung werden, nicht die bessern Bewegungen ihres Herzens ins Spiel gesetzt. Wenn die Wünsche einer Mutter vernünftig wären, so würde sie in den guten Gefühlen ihres Kindes einen Beistand finden; sie würde in der Sympathie, in dem Selbstvergessen, in der Güte, in dem Wunsche zum Glücke der Anderen, wenn auch

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