Einladungsschrift zu der auf den ... festgesetzten öffentlichen Prüfung der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der auf den ... festgesetzten öffentlichen Prüfung der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 25)
- Language
- German
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25 schenstufen unwillkührlkch weglassen, Prämissen und Folgerungen werden in einander verschmelzen. Aber sollten diese, durch die Gewohnheit erlaubten Auslassungen nicht Mißbräuche in den logischen Grundlagen, Dunkelheiten und Vergessen der Principierss Hervorbringen? Wie will man alsdann das erreichen, was sich von der Tragweite unserer unmittelbaren Wahrnehmung entfernt, nachdem man die Leiter zerbrochen hat, die dahin führen konnte? Wie will man die Sophismen und Pradoxien enthüllen und die Leerheit jener, als bedeutungsvoll auftretenden Maximen zeigen, die viel in wenigen Worten zu sagen scheinen und die man oft nur in genaue Formen zu übersetzen braucht, um das Vage und Unbedeutende derselben zu erkennen. Die Schwierigkeiten des Räsonnements bestehen meistens darin, von dem zusammengesetzten Ausdruck auf dessen Elemente zurückzukommen. Wenn wir diese vielumfassenden Ausdrücke vollständig gebildet erhalten, wenn wir sie immer in Masse angewendet haben, ohne daran zu denken, in das Dunkel ihrer Zusammensetzung hinabzusteigen, muß der Ausdruck, der in einem Augenblicke ausgesprochen wird, nicht dem Gedanken eben so einfach erscheinen, wie er es für das Ohr und die Stimme ist? Wie sollte derselbe jemals der Gegenstand einer Analyse werden? Selbst dann, wenn der komplexe Ausdruck regelmäßig gebildet wurde, hat sich der Jdeengang an eine gewisse Ordnung der Combination gebunden und das Gedächtniß sich an denselben durch die öftere Wiede»holung gewöhnt, so daß nur diese einzige Methode der Zusammensetzung und Auflösung anwendbar scheint. Wie oft geschieht es nicht, daß wir mit allen Grundlagen zur Auflösung einer Aufgabe ausgerüstet, das Ziel verfehlen, weil der Weg dazu von dem abweicht, den wir, vermöge der Gewohnheit, als den allein richtigen betrachten. Wir mögen hieraus ersehen, wie verderblich für unser Fortschreiten jene schnelle Umwandlung der Reflexionsurtheile in bloße Rückerinnerung, jenes unbeschränkte Vertrauen in unsere Erinnerung, jene Gleichgültigkeit für ältere Principien ist, die