Einladungsschrift zu der auf den ... festgesetzten öffentlichen Prüfung der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der auf den ... festgesetzten öffentlichen Prüfung der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
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um das verstärken, was sie der Lebhaftigkeit der Imagination und der Stärke des Gefühls entziehen. Das Hauptbild stellt sich mit seinen, durch die Ordnung der Wortfolge zuerst herbeigesührten Zeichen dar, der Gedanke verweilt bei diesem Bilde, wie das Auge bei einem auffallenden Gegenstände verweilt, ehe es die denselben umgebenden Nebendinge durchläuft. Eben so entfalten sich die intellektuellen Nebendinge, nach ihrem Range, in den Wortgemälden, beleuchten sich gegenseitig und werden einzeln nach der Ordnung geprüft, ohne daß der Eifer zu einem erwarteten, unbekannten und anziehender» Ausdruck zu gelangen die dazwischen liegenden überspringen laste. Und wenn eine exaltirte Erregbarkeit, eine widerstrebende Einbildungskraft die Ordnung der Vernunft stören und die Rede mit sich fortreißen will, so hält die stärkere Gewohnheit sie zurück und stellt das Gleichgewicht her. Man spricht nur gut, wenn man sich beherrscht, und man lernt sich beherrschen, indem man gut sprechen lernt. Alle gleichzeitigen Eindrücke, alle zugleich wiederholten Bewegungen vereinigen sich so enge mit einander, daß sie sich nicht mehr isoliren lassen, sondern sich gegenseitig Hervorrufen, ersetzen, im Denkorgan oft verschmelzen. Wenn nun eine lange Gewohnheit das Band feftgeschlungen, den Gegenstand mit seiner Aufschrift, die ihn bloß bezeichnen sollte, hat verwachsen lasten, so erwecken Wort, Wahrnehmung des Gegenstandes und Erscheinung des Bildes einander so untrüglich, daß sie sich zu identificiren und von demselben Wesen zu sein scheinen. So scheinen uns die willkührlichen Beziehungen oft dem bezeichneten Gegenstände eben so innig anzugehören, wie uns die Farbe der Ausdehnung und die Eindrücke auf das Tactgesühl dem widerstehenden Körper anzuhören scheinen. So scheint dem gewöhnlichen Menschen das Wort Eisen dem Metall eben so eigen zu sein, als die Eigenschaften, deren Vereinigung das Wort ausdrückt. Wenn dieses täuschende Urtheil willkührliche Zeichen mit der Natur sinnlicher Gegenstände dermaßen für identisch hält,