Einladungsschrift zu der auf den ... festgesetzten öffentlichen Prüfung der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der auf den ... festgesetzten öffentlichen Prüfung der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
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14 — ist, sie auf die ersten und einfachen sinnlichen Wahrnehmungen zurückzusühren. Da jedoch der wirkliche Grund derselben nur den, wenn auch umgestalteten Wahnebmungen entnommen werden kann, so kann das Gedächtniß sich die Gewohnheit aneignen, sie vermittelst ihrer Zeichen genau darzustellen und zwar um so leichter, je sorgfältiger dieselben Eombinationen vollzogen, je öfter sie wiederholt und je häufiger die Beispiele, die deren erste Bildung bestimmt haben, von außen wieder hervorgebracht wurden. So stellen wir uns mit der Schnelligkeit des Wortes das Materielle der verschiedenen Handlungen und Umstände vor, die wir gewohnt sind, an eine moralische Bezeichnung zu knüpfen. Aber wir muffen wohl unterscheiden zwischen der klaren Vorstellung, die sich unser Geist von den, mit Zeichen verbundenen Handlungen und moralischen Umständen macht, und dem Gefühle, das die Erinnerung des Zeichens oder des Bildes in uns erregt. Das Gefühl ist großer Veränderungen in den verschiedenen Individuen unterworfen,-je nach den natürlichen Neigungen, den Temperamenten, dem Grade der moralischen Entwickelung, die wiederum abhängt von dem Grade der mehr oder minder geübten Erregbarkeit, endlich von der ersten Erziehung und der Erfahrung im Betreff der Güter und Uebel des Lebens. Zuweilen ist das Gefühl, ohne sich auf eine Vorstellung, eine Idee zu gründen, bloß vermöge einer frühen Gewohnheit an den articulirtcn Laut geknüpft. Endlich läßt sich die Vorstellung immer definiren und die wiederholten Analysen können dem Denken die Mittel zur Umfaffung ihrer Elemente erleichtern, während das Gefühl sich diesen künstlichen Mitteln entzieht. Das Vorstellungsgedächtniß erfüllt ferner die wichtigsten Functionen in der Bildung und Zurückrufung der Zeichen für unsere allgemeinen Ideen aller Art. Wir betrachten dann in diesen Copien, was wir in den Mustern selbst nicht bemerkt hatten. Wir vertheilen oder ordnen unsere Vorstellungen nach ihren verschiedenen Analogien, bilden oder abstrahiren davon neue