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Einladungsschrift zu der auf den ... festgesetzten öffentlichen Prüfung der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 9

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Journal
Einladungsschrift zu der auf den ... festgesetzten öffentlichen Prüfung der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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IRI
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sie verträgt keine Genauigkeit und bedarf auch derselben nicht, um hinlänglich verstanden zu werden; sie begnügt sich mit der Unbestimmtheit und schöpft oft gerade daraus ihre größten Wirkungen. Wie könnte auch das Zeichen eine bestimmte Geltung haben, da doch die ausgedrückte Sache sich immer verändert. Die Empfindung eines Geruches, eines Geschmackes, angenehm, wenn sie neu ist, wird gleichgültig und selbst unangenehm durch Gewohnheit, behält aber immer denselben Namen. Ein Greis bedient sich derselben Ausdrücke, um jene Gefühle, jene Genüsse auszudrücken, die er in der Frische seiner Organe kostete: können die Zeichen für ihn dieselbe Bedeutung haben? Beschränkten wir uns daher, nur von dem zu sprechen, was wir empfunden haben, so würden unsere Ausdrücke beinahe leer, wenigstens sehr unbestimmt und unbestimmbar sein und die immerwährende Wiederholung würde uns die Unbestimmtheit und die Täuschungen aller Art zur Gewohnheit machen und dadurch alle Fähigkeit, alle Wahrheit des Vorstellens, alle wirkliche Energie des Denkens aufzehren. Allein wir wissen*), daß gewisse Gefühle gerade durch die Wirkung der Gewohnheit eine zunehmende Stärke und Lebhaftigkeit erlangen. Dieses gilt besonders von jenen, ihrer Natur nach unbestimmten Ideen oder vielmehr Phantomen, die außer dem Bereiche der Sinne liegen, diesen mächtigen Erregern von Furcht und Hoffnung, welche die Einbildungskraft anlocken oder erschrecken, deren Herd im Innern ist, wie jene superstitiösen Ideen aller Art, die ein Erzeugniß der Imagination sind und Alles begierig verfolgen, was den Sinnen entschlüpft, sich mit einem Schleier bedeckt und ins Gebiet des Wunderbaren gehört, Alles, was dem blinden Hang zur Leichtgläubigkeit, dem Bedürfnisse starker und tiefer Erregungen schmeichelt. Wir wissen, wie die Geschichte der Zrrthümer, des religiösen Fanatismus, der bizarren und grausamen Thorheiten des menschlichen Geschlechts, von der Wiege der Gesellschaft an bis zu ihrem Alter, *) S. Einladungsschrift vom Jahre 1852.

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