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Einladungsschrift zu der auf den ... festgesetzten öffentlichen Prüfung der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde · 1854-01-01 · 1854 · p. Seite 8

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Journal
Einladungsschrift zu der auf den ... festgesetzten öffentlichen Prüfung der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
Volume
1854
Date
1854-01-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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IRI
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8 Wc'rtersammlung, die sich über unsere Bedürfnisse und über die Gegenstände, die unsere Sinne unmittelbar berühren, hinaus erstreckte. Eine mißverstandene Erziehung bemächtigte sich dieser rohen Elemente, wie der Zufall und die Umstände sie darboten, und errichtete aus denselben ihr Gebäude. Schon konnten wir leere Worte genug aussprechen und unsere Erziehung hatte oft keinen andern Zweck, als diese Vorräthe zu vergrößern. Vielleicht wäre es für Manchen besser gewesen, wenn er bis zum Alter der Vernunft taubstumm gewesen wäre, aber einen Sicard zum Lehrer gehabt hätte. Er würde dann das Joch des mechanischen Gedächtnisses nicht gekannt, so wie die Schranke sinnleerer Wörter, die er in der Folge so mühsam übersteigen mußte. Die Wirkungen, welche aus der ausschließlichen Uebung des mechanischen Gedächtnisses entspringen, sind leicht zu bemerken. Die wachsende Schnelligkeit der articulirten Bezeichnungen verhindert meistens jede besonnene Rückkehr zu den Vorstellungen, die daher gar nicht vorhanden sind oder schwankend und unbestimmt bleiben. Die Leichtigkeit artet ins Automatische aus, die jede Anstrengung der Aufmerksamkeit ausschließt. Die Denkkraft erschlafft, ihr Organ wird unfähig, seine wahren Functionen zu erfüllen; nichts gelangt bis zu ihrem innersten Wesen oder beharret nicht in demselben; nichts geht aus seinen Tiefen hervor. Wenden wir uns zu dem Empsindungsgedächtnisse, so drängt sich uns zuerst die Bemerkung auf, daß unsere ersten Ausdrücke ursprünglich bestimmt waren, Empfindungen, Begierden, Bedürfnisse, Gefühle auszudrücken. Der erste Jnstinct treibt uns an, sie unwillkührlich zu offenbaren, und wir ergreifen sodann die convcntionellen Zeichen, die uns die verfügbaren Mittel dazu bieten, mit um so größerer Schnelligkeit und Leichtigkeit, als sie sich mit den Bewegungen und Handlungen verschmelzen, die die Natur allein schon zu demselben Zwecke angewandt hatte. Unsere erste Sprache ist daher nothwendig die der Empfindungen; allein diese Sprache kann keine vorftellende seyn;

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