Einladungsschrift zu der auf den ... festgesetzten öffentlichen Prüfung der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der auf den ... festgesetzten öffentlichen Prüfung der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1854
- Date
- 1854-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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gekommen sind, erklären uns, warum es so schwer ist, neue Ausdrücke einzuschalten, die Ordnung, die Schnelligkeit der Aufeinanderfolge zu ändern, so wie den Rhytmus, den Accent, das Heben und Senken der Stimme bei gewissen Sylben u. s. w., wenn alles dieses durch eine lange Wiederholung in einen Mechanismus verwandelt ist. Hierbei sind noch folgende Umstände zu erwägen. Die Wörter an sich selbst können einen Karakter haben, der geeignet ist, die Aufmerksamkeit auf dieselben, anstatt auf die V o r ft el lu n g e n zu richten. Wenn ihre Aussprache sehr schwierig ist, wenn ihre Elemente den härtesten Anschlägen des Stimmorgans entnommen und in länger» und verwickelten Ausdrücken angehäuft sind: so wird man die Gewohnheit annehmen, sich mehr mit den Zeichen, als mit den Sachen zu beschäftigen; das mechanische Gedächtniß wird beständig genährt, seine Wirkungen werden als die wichtigsten betrachtet werden und die Wortkenntniß in hohen Ehren stehen. Hingegen werden sanfte, wohlklingende Articulationen sich schnell dem Stimmorgane aneignen, aber dem Ohre so sehr schmeicheln, daß man sie gleichsam ihrer selbst willen behalten wird. Die Empfindlichkeit des Gehöres wird geübt werden, aber die Denkkraft müßig bleiben und in Unthätigkeit versinken. So werden die Gewohnheiten des mechanischen Gedächtnisses durch den Gebrauch der willkührlichen Zeichen verstärkt werden, nachdem diese die Spuren ihres Ursprungs verloren haben und ihr erster sinnlicher Eindruck erloschen ist. Die conventionellen Feststellungen ihrer Geltung sind oft zu unbestimmt, man kennt sie nicht oder hat sie vergessen und cs erfordert eine gewisse Arbeit, zu denselben hinaufzusteigen, während es so leicht ist, Wörter zu behalten und ganze Reihen derselben schnell zu durchlaufen. Die meisten Wörter, die wir in unserer Kindheit gelernt haben, waren Anfangs nur Gewöhnungen des Ohres und der Stimme; das mechanische Gedächtniß bildete allein unsere erste