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Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde · 1853-01-01 · 1853 · p. Seite 15

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
Volume
1853
Date
1853-01-01
Page
Seite 15 (sequence 19)
Language
German
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IRI
…/9643693-7657704--140-7657721
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15 sich selbst zugetheilt ist, besteht ihr eigenthümlicher Karakter. Mit Hülfe der Methode klassisicirt sie, stellt "zusammen und vertheilt; mit Hülfe der Urtheilskraft wägt sie ab und entscheidet; Ordnung und Wahrheit ist ihr Gebiet. Ihr ist unsere intellektuelle Vervollkommnung übertragen, da sie mit der Erhaltung der allgemeinen Harmonie beauftragt ist. Ihre Energie muß nothwendig wachsen im Verhältnisse der Entwickelung jener Vermögen, die ihr untergeordnet sind. Hier ist kein verderblicher Einfluß zu fürchten, jeder Einfluß kann nur heilsam sein. Wenn auch die Vernunft nicht, wie einige Weisen behauptet haben, die Tugend selbst ist, so ist sie wenigstens ihre Schwester. Beide haben dieselbe Sprache, folgen denselben Regeln, schlagen in vielen Dingen dieselben Wege ein und sind mit einander in Einverständniß. Die Gewohnheit der Ordnung und Regelmäßigkeit in den Verstellungen theilt sich unmerklich den Gefühlen, dem ganzen Lebenssystem mit; die Klarheit des Geistes begünstigt den Frieden der Seele; der Jrrthum, was man auch sagen mag, hat niemals einen wahren Nutzen. Was wird aus der Moral, wenn sie, durch eine unächte Verbindung, mit dem Irrthum vermischt ist? Was wird aus der aufrichtigsten Tilgend, wenn sie von einem falschen Verstände begleitet 4st? Nicht allein, daß die Kräfte, die uns verliehen wurden, um das Gute zu thun, sich in unfruchtbaren Anwendungen zersplittern, sie richten sogar, ohne Ueberlegung angewandt, sich oft gegen ihren Zweck; sie dienen dazu, andere und uns unter ehrbaren Vorwänden zu quälen. Ja noch mehr; die falschen Jdeenverbindungen, die uys, im Namen der Moral, imaginäre Pflichten auferlegen, zielen oft, vermöge einer nothwendigen Folge, dahin, im Gründender Seele die Reinheit des Gefühls, das mit den wahrhaften Pflichten verbunden ist, zu zerstören. Nur zu oft gibt es Veranlassungen, wo die konventionellen und erkünstelten Vorschriften mit den, von der Stimme des Gewissens dictirten Regeln in Wiederspruch gerathen. Aus diesem Kampfe werden wenigstens Verlegenheiten entstehen, die das

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