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Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde · 1853-01-01 · 1853 · p. Seite 11

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
Volume
1853
Date
1853-01-01
Page
Seite 11 (sequence 15)
Language
German
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IRI
…/9643693-7657704--136-7657717
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11 Menschheit und der Erfolg, den wir in dessen Erforschung erlangen, sei niemals ein Werkzeug unserer Ansprüche, sondern ein Mittel, die schönsten Wohlthaten um uns zu verbreiten. Die Einbildungkraft ist von vielen Philosophen als die unversöhnliche Feindin unserer Moralität und unseres Glückes dargestellt worden. Sie sehen in derselben die Quelle der Täuschungen, die uns irre leiten, der eitlen Ehrsucht, die uns in den Zustand der Ueberspannung versetzt, aller Unruhe, die in unserm Herzen entsteht. In gewisser Hinsicht mögen diese Anklagen gerecht sein, ja sie mögen sich noch weiter erstrecken. Die Ausschweifungen der Einbildungskraft können auf vielfache Weise die Begriffe des Guten entstellen und der Verehrung desselben schaden; der Mißbrauch der Einbildungskraft verweichlicht den Karakter und erweckt mit erneueter Lebhaftigkeit jene Gefühlseindrücke, die, ihrer Natur nach, nur passiv sind; sie liefert den Leidenschaften reichliche Nahrung; sie stört den innern Frieden, die Grundlage der wahren Seelenstärke; sie setzt an die Stelle der festen Grundlagen der Wirklichkeit weiche und flüchtige Bilder; sie liefert die falsche und verderbliche Hülfe der Täuschungen, der Seele, die berufen ist, sich den Versuchen gegenüber, durch Widerstand zu stärken, und verhehlt ihr den Kampf, um sie des Siegens zu überheben; sie läßt den Menschen, dessen Bestimmung es ist, bedeutsame Handlungen in einer positiven Welt zu vollführen, in dem Reiche der unbestimmten Träume sich ergehen, bietet ihm leichte, bewegliche, seinem Belieben unterworfene Gegenstände und indem sie sein Dasein in ein Spiel umwandelt und Anarchie in die Selbstbeherrschung bringt, läßt sie allen Ausartungen der Unabhängigkeit freien Lauf. Es liegt in der Thätigkeit der Einbildungskraft eine gewisse Wollust, welche die Seele betäubt; sie lebt zwar und empfindet mit großer Lebhaftigkeit, aber wie in einem Traume. Mit einem Worte, dieses launige Vermögen widersteht auf vielfache Weise den unbiegfamen und strengen Regeln des Gerechten und mit der Verwirrung der Vorstellun-

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