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Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde · 1853-01-01 · 1853 · p. Seite 10

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
Volume
1853
Date
1853-01-01
Page
Seite 10 (sequence 14)
Language
German
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IRI
…/9643693-7657704--135-7657716
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10 vergißt, durch welche man in das Innere eindringt; alsdann ist es möglich, nicht allein bei vielem Wissen wenig Fortschritte in der Selbsterkenntniß zu machen, die Ermangelung innerer Wachsamkeit kann sogar Anarchie in das Herz bringen. Dann verkümmert die Kultur der moralischen Vermögen in ihrer ersten Grundlage. Zwar nicht die Zerstreuungen der Welt und ihrer Genüsse, aber eine andere, nicht minder verderbliche Zerstreuung wird, indem sie uns abhält, bei uns selbst zu verweilen, uns des Gewinnes berauben, den wir aus diesem Umgänge ziehen. Aber hat die Unthätigkeit und die Erschlaffung der intellectuellen Vermögen nicht ebenfalls zerstörende Einflüsse? Wirkt sie nicht unmittelbar auf den Karakter ein? Ist die traurige Gefühllosigkeit nicht oft die Folge der Geistesverdumpfung? Wie oft entspringen unsere Fehler, wie unsere Irrlhümer, aus der Unaufmerksamkeit und könnten eine Zersplitterung der Seele genannt werden. Die Tugend wird weit öfter vernachlässigt, verkannt, vergessen, als offenbar verletzt. Fürwahr je mehr Höhe, und Umfang der Geist erlangt hat, desto besser wird er die vielfachen Beziehungen zu würdigen wissen, welche die sittlichen Wahrheiten in einander fügen und mit dem menschlichen Geschicke und der individuellen Wohlfahrt verbinden. Die Wissenschaft der Tugend ist daher das Eigenthum großer Intelligenzen. Geben wir unsern intellectuellen Vermögen die Ausdehnung, die sie selbst fordern, so werden wir, weit entfernt, ihren Fortschritt fürchten zu müssen, sie vielmehr auf unsere Selbstverbesserung anwenden. Lasset uns sie an vollständigen, richtigen und soliden Begriffen üben, sie gewöhnen, die gerade und regelmäßige Bahn zu verfolgen und der Natur getreu zu bleiben; seien es, in den Thätigkeiten der Intelligenz, immer würdige Motive, die uns beseelen; das Wahre, das Gute werde aufrichtig um seiner selbst willen gesucht. Hüten wir uns, es zu einer Beute für die Begehrlichkeit unserer Selbstsucht zu machen; betrachten wir das Wahre und Gute nur als eine allgemeine Eigenschaft der

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