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Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde · 1853-01-01 · 1853 · p. Seite 9

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
Volume
1853
Date
1853-01-01
Page
Seite 9 (sequence 13)
Language
German
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IRI
…/9643693-7657704--134-7657715
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» stört, um von Neuem zu beleben. Hier haben wir das Bild des Verfahrens, das dem menschlichen Geiste vorgezeichnet ist. Da wir ein Ganzes nur durch Erforschung seiner Theile zu erkennen vermögen, so müssen nothwendig die intellectuellen Thätigkeiten mit der Arbeit des Zerlegens beginnen, aber damit ist die Operation nur skizzirt und muß erst durch Zusammensetzung vervollständigt werden; bleiben wir bei dem erftern stehen, so haben wir nur Zergliederungen erzielt, aber die Gegenstände bleiben ohne Wärme, Bewegung und Leben. Lassen wir demnach bei der Wirksamkeit des Verstandes die Gewohnheit der zerlegenden Analyse zu sehr vorwalten, so mögen wir wohl einen großen Scharfsinn erlangen, aber einen Scharfsinn, der leicht in Spitzfindigkeit ausartet, wobei aber der Geist einen Theil seiner Kraft verlieren, unfähiger zur Wiederbelebung der Gegenstände seiner Forschung werden kann. Indem diese Neigung die Zweifel vervielfältigt, verringert sie die Hülfsmittel, uns von denselben zu befreien, weil sie geeigneter ist, Probleme zu erzeugen, als die Mittel ihrer Lösung zu schaffen. Eine solche, .den intellectuellen Vermögen gegebene Richtung wird wieder auf die moralischen zurückwirken; sie wird dazu beitragen, Ungewißheit in die Entschließungen, Trockenheit in die Herzen zu bringen. Wenn man einer solchen Verirrung in der Leitung des Verstandes den Namen: „philosophischer Geist" beilegen wollte, so müßten wir allerdings den Einfluß dieses Geistes auf die sittliche Bildung fürchten; aber warum sollten wir dasjenige, was nicht der wahre Geist des philosophischen Verfahrens ist, mit einer solchen Benennung zieren? Dieses läßt seine Wirksamkeit nicht unvollständig; seine Analysen sind nur Vorbereitungen; es trennt, um zu verbinden; es zerstört nicht, sondern verwandelt und erneuert. Es geschieht oft, daß jene forschende Aufmerksamkeit, die gleichsam das Auge des Verstandes ist, wenn sie sich mit einer allzu ausschließlichen Beharrlichkeit auf den Schauplatz der äußeren Erscheinungen richtet, den Gebrauch jener Uebungen ]

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