Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1853
- Date
- 1853-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 9)
- Language
- German
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5 men, die zu der Kunst oer Selbstverkommnung Mitwirken könncn und zu dem Stande und der vorgezeichneten Bestimmung in engerer Beziehung stehen. Es gibt zuweilen eine heilsame Unwissenheit, die ein Schutz für unsere Wohlfahrt ist, indem sie uns vor unbesonnenen Wünschen und trügerischem Ehrgeiz bewahrt; es gibt Wahrheiten, die mißbraucht und in unseren Händen zu schädlichen Werkzeugen werden können, weil uns die Voraussetzungen fehlen, die uns nur die Erfahrung zu ihrem rechten Gebrauche zu liefern vermag, oder weil wir uns nicht in der für ihre Anwendung günstigen Stellung befinden, oder endlich, weil uns selbst die Anlagen, die Eigenschaften und die erforderlichen Kräfte abgehen, um ein Werkzeug gut zu handhaben, deffen Gebrauch schwieriger ist, als man dknkt. Eben deshalb, weil Kenntniffe nur ein Mittel sind, eignen sie sich im praktischen Leben zu jeder Art der Wirkung und können ebensowohl dem Bösen, als dem Guten dienen. Die Schuld liegt niemals an den Kenntniffen selbst, sondern an der Ungeschicklichkeit, der Unklugheit und besonders an der Verblendung der Eitelkeit, die aus der gesunden Nahrung selbst ein Gift entwickelt. Anders verhält es sich mit dem Einfluß, den die entwickelten intellectuellen Vermögen auf die sittlichen üben; jedes der erstem wirkt unmittelbar günstig auf die letztem. So lange jene in ihrer Entwickelung die rechte Harmonie bewahren, dauert dieser wohlthätige Einfluß fort; schädlich fängt er erst dann zu werden an, wenn durch eine Störung des Gleichgewichtes eines der intellectuellen Vermögen eine ausschließliche Herrschaft usurpirt, mit einem Worte, die intellectuelle Vervollkommung an und für sich ist der moralischen günstig. Nicht als könnte jene diese ersetzen, vielmehr macht sie das Bedürfniß und die Pflicht, an dieser zu arbeiten, um so größer, damit die Harmonie zwischen den beiden Systemen erhalten werde. Eben so wenig wollen wir behaupten, daß die eine nothwendig zur andern führe, sondern nur bemerklich machen, daß die Ausbildung des Verstandes eine schätzbare Hülfe für die moralische Vervollkomm-