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Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde · 1852-01-01 · 1852 · p. Seite 15

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
Volume
1852
Date
1852-01-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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fett', daß wir uns nicht mit der mechanischen -Wiederholung derselben Dinge begnügen, sondern uns auch mit den Beweggründen beschäftigen und auf ein Steigern der Kraft und Freiheit hinarbeiten, daß wir, mit einem Worte, die Seele in ihren innersten Kräften üben müssen. Hüten wir uns daher, die natürliche Harmonie, die zwischen den erhaltenden Gewohnheiten und der Bewegung einer fortschreitenden Thätigkeit bestehen soll, zu zerstören; hüten wir uns, in dem Werke der Menschenbildung den Bestand des ganzen Lebens auf den Erwerb einiger Jahre gründen zu wollen, und unsere Zöglinge, nachdem sie als Menschen begonnen, als Automaten fortleben zu lassen. Wer die Hülfe, welche die Gewohnheiten gewähren, von sich weisen wollte, würde beständig das Faß der Danaiden füllen; er wäre, in Beziehung auf die Uebung der Tugend, dasselbe, was, in Beziehung auf Kenntnisse, ein des Gedächtnisses beraubter Mensch wäre. Beständig verlierend in dem Maße , wie er erwirbt, ohne alle Vergangenheit, unfähig jeder Verbindung durch das Gesetz der Aufeinanderfolge, wäre er das Spiel einer beständig gew Beweglichkeit, finge immer an und vollendete niemals. Ein, in seinen Gewohnheiten wie in eine Feste eingeschlossener Mensch, der sich'dazu verdammte, sich nicht mehr zu erweitern und zu wachsen, würde aushören , in der Uebung des Guten einen Genuß zu finden«; er würde kein wahres Leben führen, er böte« die Erscheinung einer moralischen Versteinerung, er behielte nur die äußere Form von demwas er einst war; während sich Alles um ihn her' erneuert, bliebe er allein unbeweglich Erstaunt darüber, hinter denen, die seine Lethargie nicht theilen, zurückzubleiben, würde er die Fortschritte selbst, als eine» Art kühner Neuerungen, verdammen; er würde an allen Verbesserungen ein Aergcrniß finden, ja er würde dahin kommen!, die Möglichkeit aller Vervollkommnung zu läugnen, die edelsten und gerechtesten Hoffnungen mitleidig belächeln, und sich-

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