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Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Israelitischen Realschule · 1851-01-01 · 1851 · p. Seite 12

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Journal
Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Israelitischen Realschule
Volume
1851
Date
1851-01-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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IRI
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12 Befriedigung dienen, erhält es Nahrung, so wie Aufmunterung durch die Belohnung, die es einerntet. Wer sich hingibt, lernt dadurch noch besser lieben, denn nur dann erkennt er die ganze Süßigkeit der Liebe. Das Gefühl wird durch Wohlthätigkeit vervollkommnet, weil es damit seine wahre Bestimmung erfüllt; es schützt sich gegen die Gefahren, denen es durch den Hang nach dem Unbegrenzten und Unbestimmten ausgesetzt ist, einen Hang, der den Irrthum und die Ungewißheit begünstigt. Indem cs beständig um sich her neue Gegenstände findet, die es anrufen, wird es jeden Augenblick von einem neuen Leben beseelt. Erfährt es endlich Täuschungen in der gehofften Erwiederung der Liebe, so bleibt ihm immer ein Vortheil, der keiner Täuschung unterworfen ist: die Erinnerung des Guten, das es Andern erzeigte. Erinnerung und Hoffnung sind zwei kräftige Hebel, welche auf die Entwickelung des Gefühls mit einer fast gleichen Macht und auf verschiedene Weise einwirken. Wenn das Gedächniß, zum Theil ein organisches Phänomen ist, so ist die mir demselben verbundene Rückerinnerung eine geistige und moralische Erscheinung von hohem Interesse. Es gibt nichts an und für sich Bedeutsameres, als das Zurückkehren in ein Vergangenes, das nicht mehr ist. Es stellt uns der Zukunft gegenüber, lehrt uns zugleich die Veränderlichkeit und die Dauerhaftigkeit unseres Wesens, offenbart uns unsere Schwäche und unsere Würde und führt uns an den Eingang zu den Mysterien des Daseins. Das Ich, das sich selbst erscheint, sich trotz der Entfernung der Zeiten als sich selbst erkennt, wird von diesem Sichwiedersinden tief ergriffen. Um dieses Ich tauchen und leben die Gegenstände seiner Neigungen, der vormaligen Gefährten seines Lebens, wieder auf, ein Zusammentreffen, das etwas Rührendes und Erhabenes hat. Wir fühlen, daß es, bei dem raschen und wechselnden Lauf der Umstände, unzerstörbare Bande gibt. So öffnet die Pflege der Erinnerungen dem Gefühl reichliche Quellen, bekleidet die Bilder der Abwesenden mit einem heiligen Karakter, gibt den Neigungen des Herzens ein religiöses Gepräge,

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