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Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Israelitischen Realschule · 1851-01-01 · 1851 · p. Seite 7

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Journal
Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Israelitischen Realschule
Volume
1851
Date
1851-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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Allem, was übertrieben, affectirt, erkünstelt ist, bewahrt. Der oberflächliche Zuschauer kann hierin leicht getäuscht werden. Man täuscht sich aber auch in Beziehung auf sich selbst. So wie man oft mehr Gefühl hat, als man zu haben glaubt, weil cs seinen regelmäßigen Lauf verfolgt und sich durch keinen ungewöhnlichen und ungeordneten Ausbruch kund gibt, so gibt cs auch Menschen, die sich über ihr Uebermaaß von Gefühl beklagen, und die vielleicht Ursache hätten, sich darüber zu betrüben, daß sie unfähig sind, wahrhaft zu lieben. Daher rührt wohl die geheime Sympathie, welche der Gefühlvolle für jenen innigen Umgang mit der Natur empfindet, und die durch die Betrachtung der Werke der Schöpfung genährt wird. Die Natur hat es verstanden, aus allen den so mannigfaltigen Erzeugnissen, mit denen sie unfern Aufenthalt bevölkerte, eine obwohl stumme, dennoch beredte Sprache zu bilden, die sich an die Regungen unseres Gemüthes wendet, sie erweckt und unterhält; sie scheint unsere Schmerzen mitzufühlen, bei unfern Freuden uns zuzulächeln, und uns zum Mitgefühle, zum Vertrauen aufzufordern, und diese Ausdrücke sind so getreu, daß wir sie ihr entlehnen, um die Mangelhaftigkeit unserer eignen Sprache zu ersetzen. Daher auch das liebende und zarte Herz, das in dem Umgänge mit den Menschen schmerzlich getäuscht wurde, in diesen, ihm stets geöffneten Zufluchtsort sich retten kann mit dem Vertrauen, hier einen treuen Freund zu finden, der es wenigstens verstehen wird; daher auch Seelen, die eine himmlische Neigung verbindet, in dieses Heiligthum eintretend, einen Zeugen finden werden, der ihre Gefühle mit Wohlgefallen zu bemerken scheint. Ueberdieß — und dieß verdient besonders bemerkt zu werden — liegt in der Betrachtung der Natur etwas, welches mit der Entwickelung des Gefühls es zugleich seiner wesentlichen Bestimmung, unserer moralischen Erziehung, zuführt, und es zu den Ideen der Tugend hinlenket. Sollte die Art, wie wir die Thicre behandeln, ohne Einfluß auf unfern Karakter bleiben? Diese Frage erregt seit einiger Zeit und verdient in der That eine ernste Erwägung. Zeichen

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