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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main · 1850-01-01 · 1850 · p. Seite 13

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
Volume
1850
Date
1850-01-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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IRI
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13 nicht auf wirksam zu ftyn, wenn es sich darum handelt, Festigkeit mitzutheilen. Hier beschränkt sich aber ihre ganze Hilfsleistung darauf, die besondern Umstände zu benützen, oder zu zeigen, daß in dem vorliegenden Falle Ausharren das Beste sey. Ein solcher Rath übt aber keinen Einfluß auf die Zukunft. Um demnach das Werk der Vernunft und die Entwickelung der bessern Antriebe zugleich zu fördern, müßte die Erziehung damit beginnen, den Charakter zu befestigen, was aber durch die Flatterhaftigkeit deS Kindes sehr erschwert wird. Bei dieser Schwäche vernünftiger Beweggründe bleibt die wirksamste Hülfsquelle: die Gewöhnung. Durch die Gewohnheit des Gehorsams lernt der Zögling seine Leidenschaften zähmen. Indem man ihn zugleich gewöhnt, sich in den erlaubten Fällen selbst zu bestimmen, erlangt er Entschiedenheit, und sein Wille, der nicht mehr passiv ist, gewinnt unmerklich an Kraft. Die Aufgabe, welche die Aeltern zu lösen haben, ist der aller Regierungen zu vergleichen: die größte individuelle Freiheit mit der vollständigsten Unterwerfung unter die Gesetze zu vereinigen. In der Erziehung muß die Pflicht des Gehorsams gegen die Aeltern, wozu das Kind durch seine Schwäche, seine Bedürfnisse, ja seinen Instinkt geführt wird, dem Kinde als moralische Nothwendigkeit erscheinen. Den Aeltern aber liegt es ob, ihre Herrschaft mit Milde und Festigkeit zu führen. Sehr viel hängt aber von der Art der Motive ab, die man zur Bestimmung des Willens anwendet. Kümmert man sich nur um die Handlungen, will man nur diese oder jene erlangen oder verhindern, so bedient man sich vieler unbedeutenden Motive, ohne eine allgemeine Richtung zu erzielen. Der Zögling beträgt sich gut, aber seine Moralität bleibt bloß passiv und man bildet einen consistenzlosen Charakter. Und dennoch sind eS nur die Motive, die in dem Kindesalter von Wichtigkeit sind; die besten Handlungen haben nur einen Werth, insofern sie eine innere Regung andeuten, von der man eine längere Fortdauer erwarten darf. Die Thätigkeit des Kindes bezieht sich meistens nur auf es selbst; haben wir ihm schlechte oder zweideutige Motive eingeflößt, so haben wir ein Unrecht an ihm begangen, daS durch keinen Vortheil aufgewogen werden kann. Da aber die bloße Idee der Pflicht auf das Kind keine große Wirkung macht, wenn nicht eine besonders edle Naturanlage vorhanden ist, die durch den glücklichen Instinkt der Mütter und durch besondere Umstände begünstigt wird, so bleibt die Kenntniß der Antriebe des Willens in der Erziehung, wie in der Moral, von der höchsten Wichtigkeit. Diese Kenntniß,

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