Einladung zu der am ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladung zu der am ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1849
- Date
- 1849-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 17)
- Language
- German
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17 Würde die Schule eine solche Einrichtung treffen, das Schullocal dazu benützen und um solche der Mehrheit zugänglich zu machen, eine geringere Bezahlung durch die große Zahl der Theilnehmenden erzielen, so würde man genöthigt seyn, eine größere Masse zusammen arbeiten zu lassen. Um nun die daraus erwachsenden vielfachen Nachtheile, die so leicht entstehenden gegenseitigen Störungen, Täuschungen und andere Unziemlichkeiten möglicherweise zu verhindern, würden die Lehrer die Strenge der Schuldisciplin in diesen Arbeitstunden fortsetzen, ja sogar noch steigern müssen, da die Knaben weniger geneigt sind, sich nach den Schulstunden, wo sie sich der Freiheit von der in der Schule nothwendigen Disciplin erfreuen wollen, noch fortwährend einer Gebundenheit und Einschränkung ihrer jugendlichen Lebhaftigkeit zu unterwerfen. Das hieße nun in der That nichts anders, als die Schulzeit verlängern und gleichsam eine zweite Schule der ersten anfügen. Die Schnlzimmer, die den Schülern als ein wenigstens nicht unangenehmer Aufenthalt erscheinen sollen, werden ihnen zu einem Gegenstände des Widerwillens, zu einem Orte des Zwanges werden, den sie jeden Tag nur mit Abneigung betreten würden. Wollte aber der Lehrer der Willkühr größern Spielraum gönnen und eine nur lose Disciplin in diesen Stunden handhaben, so würden die Schüler sich gewöhnen, die Schulzimmer, die ihnen als die Stelle erscheinen sollen, wo sie ihre Neigungen zügeln und sich beherrschen müssen, als einen Tummelplatz zu betrachten, wo sie sich keiner Art von Zwang zu fügen hätten. Das würde dann den nachtheiligsten Einfluß auf ihr Benehmen in den Schulstunden ausüben und den Lehrern die Disciplin sehr erschweren, der Zerstörungen und Beschädigungen nicht zu gedenken, die in solchen Abendstunden von einer großen Anzahl, besonders im Winter, wo bei Licht gearbeitet werden muß, verübt werden möchten. Hierzu gesellt sich eine zweite, nach unserer Ansicht sehr erhebliche Bedenklichkeit. Die Forderungen und Bedürfnisse des Lebens steigern sich beständig, während der Erwerb sich keineswegs in gleichem Verhältnisse mehrt. . Je zugänglicher die Mittel sind, sich gewisse Genüsse und Bequemlichkeiten zu verschaffen, desto mehr werden Dinge zu allgemeinen Bedürfnissen, die früher in die Kategorie des Luxus, der nur dem Reichen zieme, gehörten. Das sehen wir an Eisenbahnen, Fiacres, Omnibus und vielen andern Anstalten. Soll nun eine öffentliche Schule ebenfalls dazu Mitwirken, neue Bedürfnisse zn schaffen und minder be- 2