Einladung zu der am ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladung zu der am ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1849
- Date
- 1849-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
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12 Knaben wird es zweckdienlich seyn, diese Büchlein von Zeit zu Zeit den Lehrern vorzuzeigen. Sodann müssen die Kinder angehalten werden, die Aufgaben regelmäßig, in dazu bestimmten Stunden, zu machen und zu lernen, und sich keine Unregelmäßigkeit, kein Zögern und Aufschieben zu erlauben. Die Aeltern werden darauf achten, daß die Arbeiten auf die für dieselben bestimmten Stunden zweckmäßig vertheilt und wenn auf den folgenden Tag keine Lection gegeben ist, eine der spätem vorgenommen werde, damit die Arbeiten sich niemals häufen und drängen mögen. Ein dritter wesentlicher Punkt der Aufmerksamkeit sey es, daß es den Kindern nicht an dem nöthigen Material und dem gehörigen Raum zum Arbeiten mangele, und die Zeit nicht durch allerlei Störungen ungenützt verstreiche. Bei den Jüngern ist es von großer Wichtigkeit, daß sie sich der Genauigkeit und Reinlichkeit befleißen und nicht in die Gewohnheit des Schmierens und des unreinlichen Arbeitens verfielen, wozu manche Kinder sehr geneigt sind. Diese Beaufsichtigung ist bei den Fleißigen und Ordnungsliebenden von Zeit zu Zeit, bei den Trägen und zur Unordnung Geneigten anfangs anhaltend nothwendig, wird aber mit der bessern Gewöhnung weniger regelmäßig seyn dürfen. Was nun die eigentliche Hülfe betrifft, so bestehe sie bei den Gedächtnißaufgaben im Abhören des Auswendiggelernten, wobei im Anfang die Aufmerksamkeit darauf gerichtet werde, daß das Kind nicht glaube, eine Lection gelernt zu haben, wenn es sie stotternd und mit Nachhelfen aufsagen kann. Bei den ersten Gedächtnißübnngen der Kleinen muß ihnen gezeigt werden, wie sie sich anzustellen haben, damit das Ganze sich nach und nach dem Gedächtnisse einpräge. Sehr zweckdienlich ist eine, am andern Morgen vorgenommene Repetition, um sich zu überzeugen, daß das Gelernte noch im Gedächtnisse hafte. Selbst eine schwache Gedächtnißkraft wird, wie die Erfahrung lehrt, durch fleißiges und genaues Memoriren sich allmählig stärken und das Behalten ihr immer leichter werden. Geschwister können hier einander helfen und es wird nicht lange dauern, bis das Kind im Stande seyn wird, sich selbst zu überhören und keiner Hülfe zu bedürfen. Die Aeltern dürfen indessen nicht unterlassen, sich von Zeit zu Zeit zu überzeugen, daß keine Nachlässigkeit sich einschleiche. Bei den deutschen sprachlichen Aufgaben in den untern Klassen wird zuweilen der Fall Vorkommen, daß der Kleine mit der