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Einladung zu der am ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde · 1849-01-01 · 1849 · p. Seite 11

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Journal
Einladung zu der am ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
Volume
1849
Date
1849-01-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Wir sind nun zur Beantwortung der Frage gelangt: welcher Hülfe oder Anleitung und welcher Art von Beaufsichtigung bedarf der Knabe bei den, von der Schule ihm auferlegten häuslichen Leistungen, und sind die meisten Eltern im Stande, solche ohne große Anstrengung zu übernehmen? Indem wir von der Thatsache ausgehen, daß dem Schüler keine Aufgabe gegeben wird, zu der er nicht genügend vorbereitet und die stets der Stufe, auf der er steht, angemessen ist, müssen wir vor Allem darauf aufmerksam machen, daß bei der zu leistenden Hülfe mit Umsicht zu Werke gegangen werden muß, wenn dieselbe nicht in intellectueller und moralischer Beziehung zum Nachtheil gereichen soll. Sie kann leicht auf eine solche Weise stattfinden, daß sie das Selbstdenken, die Geiftesthätigkeit verhindert, den Knaben verleitet, sich auf die häusliche Hülfe zu verlassen, dem Unterrichte des Lehrers eine geringere Aufmerksamkeit zu schenken und die schriftlichen Aufgaben in der Schule nachlässig zu corrigiren; sie kann eine Zaghaftigkeit, Unbehülflichkeit. und Unselbstständigkeit erzeugen, die beständig am Gängelbande geführt seyn will. Und wie sehr wird Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit in der Seele des Knaben zerstört und demselben die Lüge gleichsam anerzogen, wenn er sich gewöhnt, den Lehrer zu täuschen, und, wenn auch stillschweigend, Arbeiten für die seinigen auszugeben, die zum Theil das Werk Anderer sind; wie wird das kindliche Gefühl für Rechtlichkeit und Redlichkeit untergraben, wenn er es mit anhört, wie seine Mitschüler über Fehler getadelt werden, die er, ohne Hülfe, ebenfalls gemacht haben würde; wird er nicht dadurch zur Selbsttäuschung verleitet, zu jener widrigsten Art von Eitelkeit über Vorzüge, die man nicht besitzt? Damit diese Nachtheile vermieden werden, muß daher die Hülfe in enge Grenzen eingeschlossen bleiben. Das Erste, was den Aeltern obliegt, ist, die Kinder täglich über die Aufgaben zu befragen, die sie erhalten haben. Findet es sich, daß sie solche nicht richtig anzugeben wissen oder geben sie vor, sie nicht verstanden zu haben, so dürfen die Aeltern im Allgemeinen annehmen, daß Unaufmerksamkeit oder Flatterhaftigkeit daran schuld sey. Eine sofortige Besprechung mit dem betreffenden Lehrer ist das Zweckmäßigste, was sie thun können. Zugleich möchten wir den Aeltern rathen, die Kinder anznhalten, die häuslichen Arbeiten in ein dazu bestimmtes Büchlein mit Bezeichnung des Tages, an welchem und auf welchen sie gegeben werden, entweder selbst einzutragen oder nötigenfalls durch einen Mitschüler eintragen zu lassen. Bei leichtsinnigen

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