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Einladung zu der am ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde · 1849-01-01 · 1849 · p. Seite 8

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Journal
Einladung zu der am ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
Volume
1849
Date
1849-01-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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IRI
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8 ses würde seinem freien Willen überlassen bleiben. Dazu würden sich allenfalls solche mechanische Uebungen gesellen, die mit einerlei Schwierigkeiten verbunden sind. So pädagogisch kann aber in unsern Schulen, wie sie sind und unter den gegebenen Verhältnissen seyn müssen, nicht verfahren werden. Man verlangt, daß die Schüler im fünfzehnten Jahre mit sprachlichem, wissenschaftlichen und historischen Kenntnissen und denjenigen Fertigkeiten aus der Schule treten, die theils zu dem Lebensberufe, dem die Aeltern sie bestimmen, nothwendig sind, theils als Grundlage der von der Zeit geforderten allgemeinen Bildung betrachtet werden. Um dieses zu erreichen, müssen Unterrichtsgegenstände, die das Sach- und Wortgedächtniß in Anspruch nehmen, verbunden mit vielfachen Uebungen in Anwendung von erlernten Regeln, in den Unterrichtsstoff ausgenommen werden. Die Lehrstunden reichen nun nicht mehr aus; häusliche Leistungen mancher Art werden erfordert, wenn der Schüler im Laufe der Schuljahre die Stufe erreichen soll, auf welcher er, wie man glaubt, beim Austritt aus der Schule stehen müsse. An der Spitze dieser häuslichen Arbeiten stehen die reinen Gedächtnißaufgaben. Das Material einer fremden Sprache, die Masse der Worte, Wendungen, Redensarten, dieser wichtigste und schwierigste Theil derselben, ist so groß, daß, wofern sie nicht bloß verstanden, sondern auch gesprochen und geschrieben werden soll, in den Lehrstunden, die überdies großentheils auf die Erklärung und Einübung der Formen und Regeln verwandt werden müssen, nur wenig für die-Aneignung des Materials geschehen kann; aber selbst die leichte und sichere Anwendung der Grammatik wird erst dann erzielt, wenn ein sprachliches Gehör durch die Gewöhnung an die fremden Laute und Auödrucksweisen sich gebildet und ein Sprachgefühl sich entwickelt hat, welches rascher und oft sicherer als Regeln leitet. Selbst dieLectüre in den Schulstunden wird für die Sprachfertigkeit nur geringen Nutzen gewähren, wenn das Wortmaterial derselben nicht vorher in's Gedächtniß ausgenommen worden ist. Eine zweite Art nothwendiger Aufgaben sind schriftliche Uebersetzungen aus der einen Sprache in die andere. Hier sind Verstand und Gedächtniß gleich betheiligt und die Art, wie der Schüler sich solcher Arbeiten entledigt, macht uns sowohl mit der Stärke seiner Denkkrast und seinen sprachlichen Anlagen und Fortschritten, als mit andern Eigenschaften desselben, wie mit seiner Aufmerksamkeit beim Unterrichte, dem Grade seiner Ord- Ö

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