Einladung zu der am ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladung zu der am ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1849
- Date
- 1849-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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I 4 schung und Prüfung gegründeten Ansicht, den Vorzug verdient, sondern auch in den großen Opfern, die viele bringen, damit ihre Söhne auch außer den Schulstunden unter einer guten Aufsicht und Leitung stehen und in der Frequenz, deren sich mehrere in den letzten Jahrzehnten unter dem Namen Halbpensionen entstandenen Anstalten zu erfreuen haben, j Wie bei allen neuen Institutionen, welche der Nutzen und die Bequemlichkeit des Publikums in's Leben gerufen hat, sind ■ j auch diese theils durch ein gefühltes Bedürfniß hervorgerufen, \tyeiU ist ein Bedürfniß erst durch dieselben erzeugt worden, ( daS vorher nur in einem geringen Grade vorhanden war, und so kam es dahin, daß man am Ende etwas für unentbehrlich hielt, : ’ dessen Mangel man früher kaum empfunden hatte. Mit der .Vervielfältigung der Bedürfnisse halten indessen die Erwerbsmittel nicht gleichen Schritt; nur Wenigen kömmt der daraus entspringende Gewinn zu Gute, so wie die Zahl derjenigen nur s geringe ist, denen es vergönnt seyn mag, ihre Bedürfnisse zu steigern, ohne die Last, welche deren Befriedigung mit sich bringt, zu empfinden. Dringen sie nun in Kreise ein, deren Erwerbsmittel in enge Grenzen eingeschlossen sind, so erzeugt sich ein Kampf zwischen den fortgeschrittenen Bedürfnissen und den stabilen oder gar sich vermindernden Mitteln der Befriedigung, ß der, je nachdem der Sieg sich entscheidet, bald bittere Klagen i über die Steigerung der Lebenssorgen, bald Unzufriedenheit und Mißstimmung über die neuentstandenen und unbefriedigten Anforderungen deö Lebens hervorruft.; Diese allgemeine Erscheinung hat sich auch auf dem Gebiete der Erziehung und des Jugendunterrichts kund gegeben. Indem ein Theil der Aeltern die dargebotene Gelegenheit ergriff, ihre j| Knaben außer der Schulzeit in eine der erwähnten Anstalten zu } schicken, um durch Ueberwachung und Leitung des Privatfleißes? den Erfolg des Unterrichts zu sichern, vielleicht selbst zu steigern, f bildete sich in vielen Andern die feste Meinung, daß eine solche Sf Leitung nicht bloß eine, allerdings nützliche Beihülfe und angei ■ nehme Bequemlichkeit, sondern eine gebieterische Noth w en-; digkcit sey, eine zur Vervollständigung der öffentlichen Anstalji ten notwendige Ergänzung, die von den Aeltern, bald aus l Mangel an der dazu erforderlichen Fähigkeit, bald aus Mangel ' an Zeit, nicht übernommen werden könne. Eine natürliche Folge dieser Ansicht ist nun die Klage, daß die Aeltern aus dem Mittelstände sich in der mißlichen Alternative befinden, entweder ihre Vermögensverhältnisse übersteigende Anstrengungen zu machen,