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Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde · 1846-01-01 · 1846 · p. Seite 14

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Journal
Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
Volume
1846
Date
1846-01-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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14 auS feiner Gleichgültigkeit aufzurüttelu. Und waS wird in vielen Schau- und Lustspielen dem Zuschauer vorgeführt? Männer, die von ihren Frauen, Väter und Vormünder, die von ihren Kindern, Mündeln und deren Liebhaber betrogen werden. Jene werden dem Spott und Gelächter preisgegeben, wie denn meistens die Alten, Zutraulichen und Ehrenhaften als Dummköpfe und Tölpel, junge Lovelace, Wüstlinge und Hinterlistige dagegen als die Liebenswürdigen erscheinen und die Helden des Stückes sind. Das Alter wird oft verspottet, der Mann von schlichten unverdorbenen Sitten als tölpelhaft und täppisch, der modische und gewandte Leichtfertige, mit schönen Worten und lockern Grundsätzen, als der Bewunderte und Angebetete vorgestellt, Frevel und Verbrechen verlieren in einem mildernden Lichte ihr Abschreckendes und werden mit der unwiderstehlichen Gewalt der Leidenschaften entschuldigt. Dazu kommen noch in vielen neuern Productionen, besonders in den aus Wien herstammenden, Obscönitäten, schlüpfrige Anspielungen und Zweideutigkeiten, lüsterne Geberden und Bewegungen, die kein wahrhaft gebildeter Mann sich in Gegenwart des andern Geschlechtes erlauben würde, die aber einmal zu den poetischen Licenzen der Bühne gehören. Die Oper und das Singspiel möchten im Allgemeinen minder bedenklich seyn; die Worte werden großentheils nicht verstanden; Dekorationen und Gesang ziehen die Aufmerksamkeit in solchem Grade auf sich, daß die Leidenschaften, welche die Triebfedern der Handlung sind, in den Hintergrund treten und vielleicht keinen Eindruck zurück lassen. Dagegen erlaubt die Oper sich noch größere Licenz in Costüme, Mimik und Bewegungen, und dies gilt in noch höherm Grade von den Tänzen und Balleten, die oft als besondere Divertissements hinzu gefügt werden. Es möchte daher wohl wenige Stücke geben, die für die Jugend geeignet wären, vielleicht nur einige Singspiele, da die wenigen Dramen, die von Seiten der Sittlichkeit unbedenklich sein mögen, über dem Jdeenkreis der Jugend liegen und ihrem Verständnisse unzugänglich sind. Wird aber mit dieser Behutsam-

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