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Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde · 1846-01-01 · 1846 · p. Seite 11

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Journal
Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
Volume
1846
Date
1846-01-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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11 nichts bieten, zu fesseln und ihnen ein solches Interesse dafür abzugewinnen, daß sie in dem Gedächtnisse und im Gemüthe haften und sich zu Vorstellungen und Ideen gestalten, die leicht in's Bewußtseyn treten und den egoistischen Antrieben die Waage halten. Denn wenn auch bei Erwachsenen die Ideen und Associationen geistiger Vorstellungen, socialer und religiöser Interessen, eine große Gewalt erlangen können, so ist dies nicht also bei der Jugend, die von bürgerlichen und religiösen Bewegungen noch nicht berührt, nur momentan und flüchtig von sittlichen Ideen angeregt wird, sich mehr empfangend als selbstthätig mit denselben beschäftigt, welche überdies bei dem geringen Umfange des Jdeenkreises nur selten durch verwandte Vorstellungen erweckt und in Erinnerung gerufen werden. Hier kommt Alles darauf an, daß die sittlichen Begriffe mit der vollen Kraft der Aufmersamkeit in die Seele ausgenommen werden und tiefere Eindrücke zurücklassen, die bei jeder Veranlassung leicht wieder hervorgerufen und eben dadurch verstärkt werden. Dies können wir jedoch nur dann erwarten, wenn in den Momenten, wo dieselben erzeugt werden sollen, keine fremdartigen Bilder die Phantasie beschäftigen, keine mit den nieder» Trieben zusammenhängende Eindrücke von derselben und dem Gedächtnisse dergestalt Besitz genommen haben, daß sie durch die leiseste Beziehung mit aller Lebendigkeit in's Bewußtseyn treten. Nur eine von bloß sinnlich-reizenden Vorstellungen noch unbefangene Seele ist ein fruchtbarer Boden für sittliche Lehren und Darstellungen. Ob nun die Jugend diese wünschenswerthe Beschaffenheit und Empfänglichkeit haben werde — das hängt von dem häuslichen Verhalten und der häuslichen Umgebung ab, von dem Tone, der hier herrscht, von den Gesprächen, die in Gegenwart der Kinder geführt, von der Art, wie über Menschen und Leben geurtheilt, von der Stelle, die den Gennßmitteln eingeräumt, dem Werthe, der auf dieselben gelegt und der Wahl, die unter den Vergnügungen der Kinder getroffen wird. Ist 'der Ton ein ungebildeter oder niederer; bewegt sich das Gespräch um gemeines Treiben und Sinnenleben, und um die Wege, sich in Besitz der hierzu erforderlichen Mittel zu setzen; wird die Be-

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