Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1846
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
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10 sind, die Jugend über das blos materielle und egoistische Treiben zu erheben, ihr daö Herz zu erfüllen mit warmer Menschenliebe, mit Interesse für alles Menschliche, für Alles, waS Menschenwohl begründet, den Menschen zu einer höhern Stufe geistiger Reife leitet; sie auf das Unrichtige der gewöhnlichen Menschenbeurtheilung hinzuweisen und ihr den wahren, sichern Maaßstab zur Schätzung menschlicher Gesinnung und Handlung zu geben; sie mit Bewunderung und Verehrung zu durchdringen für die Männer, welche für daö Gute, Wahre und Schöne durch That und Wort gewirkt, das Heil der Menschheit gefördert, hohe Gedanken und nützliche Wahrheiten zum Gemeingute der Menschheit gemacht und eine heilsame Gährung in die Elemente des Geisteslebens gebracht haben, ihr hingegen Verachtung für Alles, was den Menschen geistig oder sittlich herabwürdigt und erniedrigt, einzuflößen. An diese beiden Gegenstände, verbunden mit der Darstellung der Natur und der in ihr waltenden Kräfte, die, an unwandelbare weise Gesetze gebunden, zur Ahnung einer höchsten Intelligenz hinführen, müßten die sittlichen Vorstellungen und Lehren geknüpft werden, es müßte dem Lehrer bei diesem Unterrichte stets die Absicht vorschweben, die Bande, welche die Menschen zu Familien, Gemeinden und Gemeinwesen aneinander knüpfen, zu erweitern und alles Selbstsüchtige, Alles, was den Menschen beengt und von Mitmenschen trennet, aus den Herzen der Jugend wegzubannen. Die Wirksamkeit solchen Unterrichts wird jedoch stets an die Empfänglichkeit des Schülers geknüpft seyn, wird davon abhängen, ob Herz und Phantasie desselben noch rein und frisch sind, noch leicht entzündbar für höhere Ideen, für das, wobei die Sinne nickt betheiligt sind und durch keine Reizmittel angeregt und unterhalten werden. Ist diese Empfänglichkeit nicht vorhanden oder geschwächt; ist die Phantasie der Kinder durch den öfteren Genuß solcher Unterhaltungen und Vergnügungen, wobei die Sinne eine Hauptrolle spielen, mit sinnlichen Bildern erMt, die sich unwillkürlich reproduciren: dann möchte es schwer seyn, , ihre Aufmerksamkeit für solche Darstellungen, die den Sinnen