Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1844
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 13 (sequence 17)
- Language
- German
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und mit kritischen Augen beleuchtet werden. Wenn auch — wie man wohl behaupten kann — das einfache und anspruchlose Leben der meisten öffentlichen Lehrer der Medisance wenig Stoff bietet und die Beleuchtung desselben ihnen nicht zum Nachtheile gereichen kann, so weiß doch die Klatschsucht auch hier ihre alles erspähende Malice zu befriedigen, dies und jenes im Leben eines Lehrers in ein ungünstiges Licht zu stellen und selbst auf das anerkannte Lobenswerthe einigen Schatten zu werfen. Der Einfluß solcher, das Ansehen des Lehrers herabstimmender Aeußerungen auf die Schüler ist weit größer, als man stch vorstellen mag. Nicht alle Schüler find von einem regen Wissenstrieb erfüllt; wenig vermag auf die jüngern Schüler die Vorstellung des Nutzens, der Nothwendigkeit im einstigen Berufe; selbst die besser Begabten und Besonnenen fühlen stch, weder in der Schule noch zu Hause, zu allen Lehrgegenständen, zu allen Zeiten zum Denken, Aufmerken und Arbeiten angetrieben; das bald ermunternde, bald ermahnende und gebietende Wort des Lehrers ist es, welches, verbunden mit den Hebeln des Wetteifers, der Ehre, den Schüler in Thätigkeit und Aufmerksamkeit erhalten muß. Haben nun diese Worte ihre Kraft zum Theil verloren, so muß der Lehrer zur Strenge, zur Drohung, zur Strafe seine Zuflucht nehmen. Aber diese Mittel wirken nur äußerlich, und nur in so weit das Verhalten des Schülers vom Lehrer wahrgenommen werden kann, ste erwecken aber keinen innern Trieb, ste bewirken keine Besserung des Willens, keine Lust zur Ueberwindung der widerstrebenden Sinnlichkeit; sie schaffen, mit einem Worte, den schlechten Schüler nicht in einen guten um, sondern rufeil nur das Bestreben hervor, der Strafe durch Täuschung und Schlauheit zu entgehen. Der Lehrer, der von der Bedeutung seines Berufes durchdrungen ist, begnügt stch aber nicht damit, zu unterrichten und zu lehren, er will auch, so weit es in seinem Wirkungskreise liegt, erziehen, seinen Schülern bewährte Grundsätze, ehrenhafte Gesinnungen, Liebe für das Gute und Schöne, Abscheu für das Gemeine einflößen, ste zu geistig und sittlich gehobenen Menschen heranbilden. Dies darf aber nicht ganz dein Religionslehrer anheim gegeben werden,