Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1844
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 11)
- Language
- German
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Natürlichkeit und Bescheidenheit und zur Bekämpfung der, von den Müttern so emsig gepflegten Eitelkeit; — man erzählt sich, wie .dieses Kind durch sein graciöses Tanzen, jenes durch seinen geschmackvollen Anzug, sein zierliches Auftreten die Aufmerksamkeit der Anwesenden erregt habe; das führt dann auch auf die Schulen. Diese wird als vorzüglich angepriesen, über jene ein wegwerfendes Urtheil gefällt, dieses und jenes an derselben getadelt, bis die flüchtig hernmschweifende Unterhaltung sich einem andern Gegenstände zuwendet, um ihn auf gleiche Weise zu effleuriren. Kann ein solches Urtheil irgend einen innern Gehalt haben? Das Kind ist mit seiner Aufgabe beschäftigt, sie ist ihm zu schwer, es weiß sich nicht zu helfen. „Das hat uns der Lehrer nicht erklärt, das kann ich nicht wissen," spricht es zu seiner Entschuldigung, und die gläubigen Aeltern tadeln den nach ihrer Meinung unmethodischen und ungerechten Lehrer. Oder, was von noch schlimmerer Wirkung ist, die Lehrmethode des Lehrers wird in Gegenwart des Zöglings getadelt. Der zur Trägheit und Unaufmerksamkeit Geneigte wird nun, sich darauf stützend, zu seiner Entschuldigung vorgeben, daß er mit aller Aufmerksamkeit dennoch nichts lernen könne. „Ich habe so viele Aufgaben für morgen, daß ich nicht damit fertig werden kann," klagt ein anderes Kind gegen seine Aeltern, und man ergießt seinen Unwillen über den harten und unbilligen Lehrer, der das Kind über das Maaß seiner Kräfte belastet. Hätte man, bevor man urtheilte, sich an dem gehörigen Orte erkundigt, so würde man erfahren haben, daß jenes Kind entweder zu denen gehöre, die aus Mangel an Aufmerksamkeit oder aus Zerstreuung schon in der Lehrstunde kaum wissen, was gelehrt wird; oder den Lehrer mißverstanden und den Aeltern mehr angegeben habe, als er vorgeschrieben hat; oder von jenen Leichtsinnigen sei . die die Aufgaben für mehrere Tage auf den letzten verschieben und sich anhäufen lassen. Ein Vater oder eine Mutter rühmt die Fortschritte des Sohnes, der Tochter in diesem und jenem Gegenstände; andere anwesende Aeltern können nicht begreifen, warum ihre Kinder nicht dieselben