Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1844
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 9)
- Language
- German
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Es ist natürlich und lobenswerth, daß den um das Wohl ihrer Kinder besorgten Aeltern die Beschaffenheit der Anstalt, der sie die Bildung derselben und, in sofern solche in die Erziehung eingreift, auch diese anvertrauen, von hohem Interesse ist, daß sie daher die Schule oft zum Gegenstände ihrer Gespräche machen. Solche räsonnirende Gespräche braucht eine gut organisirte und gewissenhafter Mitarbeiter sich erfreuende Anstalt eben so wenig zu scheuen, als ein, auf der Grundlage des Gesammtwohls und der gleichen Gerechtigkeit für alle seine Glieder ruhender Staat; sie können ihr nur zum Vortheile gereichen. Man wird, in so fern nicht Befangenheit oder Vorurtheil den Geistesblick trübt, die Vorzüge der Anstalt immer besser erkennen und schätzen, die Mängel aber, die man an derselben wahrzunehmen glaubt — und welches menschliche Werk ist von denselben frei? mit Milde und Wohlwollen rügen und, beseelt von dem Wunsche zum Wohle der Anstalt beizutragen, es auch nicht bei müßigem Gerede bewenden lassen, sondern sich mit seinen Bemerkungen dahin wenden, wo man hoffen darf, der Anstalt zu nützen, sei es nun, indem die wahrgenommenen Mängel beseitigt oder verbessert werden, sei es, daß man dadurch eine andere Ansicht gewinnt. In beiden Fällen hat die Schule einen Gewinn aus den, über sie gefällten Urtheilen gezogen, entweder durch innere Vervollkommnung oder durch Berichtigung einer falschen Ansicht, eines sie betreffenden Jrrthums; in beiden Fällen beurkundet sich ein Interesse für die Schule — und was kann den, an derselben Wirkenden erfreulicher, ermunternder fein, als die Kundgebung einer'regen Theilnahme des Publikums, besonders aber der Aeltern ihrer Zöglinge, als die wohlthuende Erfahrung, daß ihr geräuschloses und redliches Wirken die Aufmerksamkeit derer auf sich ziehe, denen es zunächst gewidmet ist. Gehen aber alle solche Gespräche aus einem lebendigen Interesse an der Schule hervor? Sind sie alle geeignet, der Schule Bestes zu fördern, so daß sie als eine erfreuliche Erscheinung begrüßt zu werden verdienen? Tragen sie alle das Gepräge des ernsten Nachdenkens, der besonnenen Ueberlegung, der sorgsam schonenden Behutsamkeit? Gibt in denselben stets die Achtung sich