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Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde · 1843-01-01 · 1843 · p. Seite 9

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Journal
Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
Volume
1843
Date
1843-01-01
Page
Seite 9 (sequence 13)
Language
German
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bringen. Die Beschäftigung mit den Wissenschaften hatte sein Nachdenken und Forschen auf unsere Religionsquellen und die Art und Weise, wie sie gedeutet und zur Gestaltung des religiösen Lebens gebraucht worden waren, hingeleitet. Einem durch das Studium der eracten Wissenschaften geprüften und in die Tiefe dringenden Geiste, wie unser Creizenach, mußte sich bald zeigen, auf welche beklagenswerthe Irrwege man gerathen und wie sehr man eine Religion entstellt hatte, die, nach ihrem wahren Geiste aufgefaßt und fortgebildet, allen Forderungen des denkenden Geistes, wie der bürgerlichen Gesellschaft und des Lebens, Genüge leistet, und in welche Cvnflicte sie mit der fortschreitenden Bildung und veränderten Lebensweise gerathen war. Verbesserung dieses Zustandes durch Erleuchtung der verdunkelten Geister war nun der Gedanke, der ihn ergriff und sich seines ganzen Wesens bemächtigte. Der sicherste Weg zur Erreichung dieses Zieles schien ihm eine verbesserte Jugendbildung, die damals in seiner Vaterstadt noch in den: traurigsten Zustande war. Er entschloß sich demnach, eine israelitische Knabenschule zu errichten. Aber welche Hindernisse und Schwierigkeiten waren hier zu bekämpfen! Eine, im Ganzen noch an den herkömmlichen Mißbräuchen hangende Gemeinde, die zwar weltliche Kenntnisse nicht geradezu verachtete, zugleich aber von dem gewöhnlichen thalmudischrabbinischen Unterricht nichts aufopfern wollte; an der Spitze derselben ein Rabbiner, zwar achtungswerth durch seinen Karaktcr, aber ohne alle wissenschaftliche Bildung und jeder Neuerung feind. Nur ein für das Gute so glühender und dabei so bescheidner und sanftmüthiger Mann, wie unser Creizenach, konnte unter solchen Hemmnissen die Geduld bewahren und sich nicht abschrecken lassen. Und wie geringe war der Lohn, der ihm für seine Mühe ward. Hatte er acht Stunden des Tages seiner Schule gewidmet und die mannigfaltigsten Gegenstände auf den verschiedenen Stufen um terrichtet, so mußte er die übrigen Stunden dein Privatunterricht in der Mathematik an Offiziere der Garnison widmen, um die Bedürfnisse seiner Familie bestreiten zu können. Jeder andere würde unter solcher Anstrengung niedergebeugt worden sein, nicht also der Geist unseres Creizenach; theologische, mathematische und literärische Studien waren ihm Erholung von der Anstrengung des Tages. So schritt er immer vorwärts in dem Gebiete des Wissens,

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