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Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde · 1843-01-01 · 1843 · p. Seite 8

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Journal
Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
Volume
1843
Date
1843-01-01
Page
Seite 8 (sequence 12)
Language
German
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in Zwiespalt gerathen und vielleicht zu der Rolle des Heuchelns verurtheilt gewesen wäre, einer Rolle, für welche niemand weniger, als er, gemacht war. Der fortgeschrittene Geist der Zeit und die Aussicht, die in dem, damals zum französischen Reiche gehörenden Mainz, jedem Talente, ohne Unterschied der Religion, offen stand, bewogen seinen Vater, dem vielbegabten Sohne die Bahn der Wissenschaft zu eröffnen und ihm zu diesem Behufe den Besuch des Lyceums zu gestatten. Hier, wo besonders die mathematischen Wissenschaften trefflich gelehrt wurden, hier war unser Creizenach in seinem Elemente. Sein schnellfassender und eindringender Geist, verbunden mit einer seltnen Gedächtnißkraft, schritt eben so schnell in den Sprachen, als in den mathematischen Wissenschaften vorwärts. Letztere zogen seinen zum methodischen und scharfen Denken geschaffenen Geist vorzüglich an, und unter der Leitung des vortrefflichen Professors Turquem, der die ungewöhnlichen Anlagen Creizenach's bald erkannte, bemächtigte er sich bald aller Theile der niedern und höhern Mathematik und wurde als einer der vorzüglichsten Schüler im Jahre.1808 entlassen. Creizenach hätte jetzt in einem Staate, wo es keinen bevorrechteten Glauben gab und dem Verdienste jede Laufbahn geöffnet war, sich dem öffentlichen höhern Lehrfache widmen können, und er würde gewiß eine Stelle neben den hervorragendsten Männern seiner Wissenschaft errungen haben; aber diese Aussichten schwanden, als Mainz wieder von Frankreich getrennt wurde: denn nun war unserm Creizenach, als deutschem Israeliten, die Laufbahn des öffentlichen, wissenschaftlichen Lehrfaches verschlossen. Bald lud das Schicksal schwere Lasten auf das Haupt des Jünglings: der Wohlstand der Aeltern verfiel und der liebende Sohn mußte darauf bedacht sein, die erworbenen Kenntnisse, durch Ertheilung von Privatunterricht, als Mittel des Erwerbs zu gebrauchen. Die Pflichten steigerten sich als er, einer Herzensneigung folgend , ein eheliches Bündniß schloß, und die vermehrten Bedürfnisse erheischten eine um so größere Thätigkeit und Anstrengung aller Kräfte, als die Arbeit sich mit einem geringen Sold begnügen mußte. Da entschloß sich Creizenach, sich einem Berufe zu widmen, der ihm nicht bloß Mittel des Erwerbs, sondern ein Wirkungskreis sein sollre, um die Ideale seines Geistes zu verwirklichen und seines Herzens innigste Wünsche in Erfüllung zu

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