Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1843
- Date
- 1843-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 11)
- Language
- German
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ein kostspieliges Experiment macht, das oft mißlingt, daß man es unternimmt, ein Feld mühsam anzubauen, dessen Ertrag die Mühe des Bearbeitens selten lohnt, und daß das vorgesteckte Ziel nicht erreicht wird, ohne der übrigen Bildung Eintrag zu thun. — In keinem Falle lasse man sich durch blindes Nachahmen leiten, sondern prüfe genau, wäge Mittel und Zweck gegen einander ab, berücksichtige gegenwärtige und zukünftige Verhältnisse, ehe man seinen Entschluß faßt. Wir haben übrigens den Gegenstand nur von seiner intellectuellen und moralischen Seite ins Auge gefaßt; die Beleuchtung der physischen Seite derselben, der Wirkung auf die Ausbildung und Entwickelung des Körpers, müssen wir denkenden und erfahre-» nen Aerzten überlassen. Ich hoffe, daß man die Absicht, die diese Worte dictirte, nicht verkennen und mißdeuten, und darin nichts anders, als die unbefangene Ansicht eines Schulmannes sehen werde, der das, worauf Nachdenken und Erfahrung ihn geleitet, wohlmeinenden Aeltern darzulegen sich gedrungen fühlt. Ein schmerzlicher Verlust hat unsere Anstalt im Laufe dieses Schuljahres betroffen: der vortreffliche Creizenach wurde am 5. August dem Kreise seiner College» durch einen frühzeitigen Tod entrissen. Siebzehn Jahre haben wir ihn besessen und uns seines vielfachen Wirkens, seines liebevollen Umganges gefreut. — Und so mögen denn hier seiner Erinnerung einige Worte gewidmet sein. Unser Creizenach, in Mainz geboren, erhielt, nach der damaligen jüdischen Sitte, eine theologische Erziehung und verwendete die ersten, vielverheißenden Kräfte seines schnellreifenden Geistes auf das Studium der thalmudischen Schriften. Schon in seinem dreizehnten Jahre galt er für eine seltene Erscheinung, für eine Art von Wunderkind. Rasch fortschreitend war er auf dem Wege, ein berühmter Rabbiner zu werden, und er würde auch in diesem Berufe über seine Genossen und den, im Rabbinismus herrschenden Geist hinweggeschritten und vielleicht ein M a i m o n i d e s des 19ten Jahrhunderts geworden sein. — Sein guter Genius bewahrte ihn indessen vor einem Berufe, in welchem er mit sich selbst