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Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde · 1843-01-01 · 1843 · p. Seite 6

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Journal
Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
Volume
1843
Date
1843-01-01
Page
Seite 6 (sequence 10)
Language
German
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IRI
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Daß solche Fälle zu den gewöhnlichen gehören, wird Niemand bestreiten, der die Verhältnisse kennen zu lernen Gelegenheit hatte. Eine, durch eine lange Reihe von Jahren fortgesetzte Anstrengung, ein Aufwand von mehrern Stunden des Tages ist dann fast vergeblich gewesen, oder die gewonnenen Früchte stehen wenigstens in keinem Verhältnisse zu dem Preise, um den ste erkauft wurden; manche andere, für die weibliche Bildung wichtigere Kenntnis und Beschäftigung mußte in den Hintergrund geschoben oder gänzlich bei Seite gesetzt werden, um die großen Ansprüche der Musik befriedigen zu können, und werden später selten oder nur unvollkommen nachgeholt. Weit entfernt den hohen Werth der Tonkunst zu verkennen oder denselben zu geringe anzuschlagen, glauben wir daher mit Recht behaupten zu dürfen, daß der Instrumentalmusik, nach der Weise wie sie heut zu Tage getrieben wird, in der weiblichen Erziehung ein zu großer Theil der uns zu Gebote stehenden Zeit und Kraft eingeräumt wird, und daß weniger die Bedeutung der Musik als Bildungsmittel, als Eitelkeit und blinde Nachahmung der herrschenden Mode, bei vielen Aeltcrn der Beweggrund ist. Möge man bei solchen Kindern, wo eine mehr als gewöhnliche Anlage sich kund gibt, dieselbe als einen Wink der Natur betrachten und ausbilden lassen; möge bei allen Kindern, wo Stimme und musikalisches Gehör nicht gänzlich fehlen, dem Unterricht im Gesänge so wie in den Elementen der Musik, den Hauptlehren von den Intervallen, Accorden, Tonarten re. als wahrhaftes Bildungsmittel erkannt und demselben einige Stunden in der Woche gewidmet werden; mögen diejenigen, denen Natur die schöne Gabe einer wohlklingenden Stimme, wenn auch nur im mittleren Grade, verliehen hat, zugleich so viel Instrumentalmusik lernen, als zur Begleitung erfordert wird. Auf solche Weise behauptet die Musik, als Theil der allgemeinen Menschenbildung und als Verschönerungsmittel des eultivirten Lebens, den ihr gebührenden Rang, ohne durch ein jahrelanges, mechanisches und geistloses Manipuliren zu ermüden, ohne das Resultat durch einen so großen Aufwand von Zeit und Mitteln zu erkaufen. Man überlege es reiflich, che man die Instrumentalmusik als Hauptgegenstand in den Kreis der Unterrichtsgegenftände cinführe und den Anforderungen, die sie macht, genüge; man bedenke, daß man

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