Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1839
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
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10. — schlechter zu machen? Wenn auch daraus, wie man meint, nicht viel Böses entsteht, so kann das für keine Entschuldigung gelten, wenn jedenfalls einiges Böse daraus entspringt, während vielleicht gar nichts Gutes daraus erwächst. Die Kindheit sagt man, ist zu unbekümmert, um der Eifersucht sehr fähig zu sein; aber was hilft das, wenn das folgende Alter, wo neue Leidenschaften zu gahren beginnen, für die'Eifersucht in einem so hohen Grade empfänglich ist, und wenn sich wiederholende Eindrücke zuletzt furchtbare Wirkungen Hervorbringen? Reifen die Spätfrüchte zu ihrer Zeit nicht eben so gut, als die andern? Unwenn die Wirkung immer mit der Ursache in gleichem Verhältnisse steht; wenn ein versteckter Stolz oder eine sichtbare Eitelkeit allgemeine Mängel in jenen Ländern sind, wo die Kinder mit der größten Hitze um die Preise streiten: wie mag man noch, in dieser Hinsicht, den mißlichen Einfluß solcher Erziehungsweise verkennen? Aber — so wendet man ferner ein — indem man um den Preis concurriren lasse, thue man ja weiter nichts, als der Wirkung des wirklichen Lebens voraneilen, in welchem die Aemulation ein so energisches Princip der Thätigkeit ist. Wenn dieses auch der Fall wäre, war es nicht die Absicht der Vorsehung, die Kindheit den Gefahren dieser wüthenden Kämpfe zu entziehen? Hat sie nicht, zu diesem Ende, alle herben und bittern Gefühle von diesem Lebensalter entfernt, es mit Frohsinn, Unvorhersicht, Sympathie mit den Freuden Anderer und Unabhängigkeit von ihrer Meinung ausgeftattet? Und besser, als man sich vorftellen mag, hat sie dadurch für die Entwickelung des Geistes gesorgt, während unsere unruhige Sorgfältigkeit für die universelle Erweiterung des Verstandes vielleicht nicht so richtig berechnet ist, als wir wähnen.