Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1839
- Date
- 1839-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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könnte; daher die Dürre und Dürftigkeit des Gespräches, das beständige Stocken der Unterhaltung^ besonders da, wo die Jugend beider Geschlechter gemischt ist, und die Zuflucht zu künstlichen Mitteln des Zeitvertreibs. Es kann nicht oft genug wiederholt werden: sobald das Kind bemerkt zu werden glaubt, geräth die Eitelkeit ins Spiel, und wenn §s auch nur wenig auf Beifall ausgeht. So wie aber die Eigenliebe in Thätigkcit ist, verschwindet der Reiz des Natürlichen und Pretention und Affectation treten an dessen Stelle. Die Frage, in wiefern der Ehrtrieb als ein Hülfsmittcl in der Erziehung angewendet werden darf, möchte daher nicht oft genug zum Gegenstände der Untersuchung gemacht werden können. Zu einem fruchtbringenden Unterrichte ist es noch nicht genug, wohlberechnete Plane zu entwerfen und gute Lehrmethoden anzuwenden, man muß auch auf den Willen wirken, man muß die Kräfte, die sich im Kinde am freisten und heftigsten äußern, zu lenken oder zu biegen wissen. Die Wissenschaft, die Meditationen des Lehrers bleiben fruchtlos, wenn er nicht die Kunst versteht, sich der — man erlaube uns den vielgebrauchten fremden Ausdruck — Cooperation des Zöglings zu versichern, wenn es ihm nicht gelingt, jenen Eifer, der vorwärts treibt, in demselben zu erwecken und zu unterhalten, und dieses wird er nur dadurch im Stande sein, daß er einige jener Ideen in Spiel setzt, die am mächtigsten auf die Seele wirken. Die natürlichen Neigungen benützen, oder andere, die solche ersetzen können, erschaffen — bleibt daher die nothwendige Bedingung alles guten Erfolges.