Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1836
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
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11 Ist das Kind von einer Neigung, die vielleicht nur vorübergehend und ohne dauernde Wirkung geblieben wäre, zu gewissen Gegenständen hingelenkt worden, so hat es Antriebe zu überlegen, zu handeln, zu unternehmen, und daraus bilden sich Interessen, die schorr eine gewisse Dauerhaftigkeit haben. Hier bietet sich uns von selbst die Parallele zwischen den Triebfedern des Geistes und denen des Herzens dar; beide stimmen jedoch darin überein, daß ihr leichtes und flüchtiges Wesen gleichsam in Handlungen verkörpert werden muß, um Consiftenz zu bekommen. So wie das Kchd aber ein Vorhaben, das ein flüchtiger Gedanke ihm eingegeben hatte, mit einem glücklichen Erfolge gekrönt sieht, wird es durch das, was es selbst für seine Unternehmung ausgesonnen hat, dem gewonnenen Resultate zugethan, und so bilden und befestigen sich Neigungen, die sonst bloße Einfälle und Launen geblieben wären. Sehr groß ist die Zahl der Fehlgriffe, die in dieser Beziehung begangen werden können. Unsere unruhige Emsigkeit, aus einer Neigung Vortheil zu ziehen, ist nicht selten schuld daran, daß wir sie tödten. Ein Kind hat, zum Beispiel, Wohlgefallen am Zeichnen. Man ermahnt es, anfangs ganz sanft, sich fleißig mit dieser schönen Uebung zu beschäftigeü, sagt ihm, daß es eine Schande sei sie liegen zu lassen. Allmä'hlig kommt der Zwang herbei, und mit dem Eintritte desselben ist die Luft verschwunden. Oft auch gibt man ihm die Genüsse, die es sich gewünscht hat, bis zum sättigenden Uebermaaße. Glauben die Aeltern Lust zur Naturgeschichte bei ihm wahrzunehmen, alsbald kommen, wenn die Mittel es erlauben, Bücher und Bilder in Fülle, oder gar kleine vollständige Sammlungen. Diese letzter« sind fast das untrüglichste Mittel, ihm den Geschmack daran zu verderben. Kleine, wohlgeordnete Mineralien-