Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1836
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
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10 Gegenstände, so ist cs rathsam ihr diese Richtung zu geben. Das geschriebene oder gesprochene Wort wireher im Stande sein, eine noch unftäte Aufmerksamkeit zu fesseln, wenn demselben gegenwärtige Dinge zum Texte dienen, die wieder der Commentar zu jenem sind. Nur in diesem Falle spielt das Kind eine thätige Rolle. Es erkennt die Wahrheit der Beobachtungen und stellt selbst neue an; es begreift und entdeckt zu gleicher Zeit, während im Gebiete -er reinen Begriffe, Begreifen das Höchste ist, was wir von ihm erwarten können. Sein Geist bleibt, selbst bei der kräftigsten Anstrengung, passiv, und wenn cs auch unsere Fragen beantwortet, so wird es immer schwierig sein, uns zu überzeugen, daß seine Antworten nicht bloß Gedächtnißsache seien. In der Region der sinnlichen Beobachtungen erscheint uns freilich das Kind weniger geistreich, aber Alles kommt aus ihm selbst; wir täuschen uns nicht über die Quelle seiner Ideen. Bald wird man bemerken, daß gewisse Gegenstände mehr als andere seine Einbildungskraft fesseln. Dann hat es nicht nur den Genuß seiner eignen Thätigkeit, sondern fühlt sich auch angezogcn von dem Reiz eines angenehmen Eindrucks. Auf diese Weise geben sich die angcbornen Neigungen kund, Neigungen, die für das intellektuelle Fortschreiten von so hohem Werthe sind, ohne in anderer Beziehung nachtheilig zu sein, da es ja immer in der Gewalt der Erziehung steht, sie nach Gefallen zu nähren oder sie dadurch, daß man sie nicht cultivirt, erlöschen zu lassen. Sollte man in dem Alter, wo das Vergnügen eine so große Rolle spielt, ihm den Weg da versperren, wo es zur Gciftesentwickelung anspornt? Und wenn es sich zeigte, daß diese Neigungen die Vorboten einstiger Talente sind, so hätten wir ja einen Grund mehr, das Erwachen derselben zu befördern.