Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1836
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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7 das Gefühl der Pflicht, — schreibt jetzt nur auf unfern Befehl Gesetze vor; wir sind es, die, nicht ohne Kunst, mit gewissen Anstrengungen des Geistes den Begriff des Wohlverhaltens verbinden. Der freie Theil des Lebens, jene Stunden, in denen dem Kinde keine Arbeit vorgeschrieben ist, sind erlaubten Vergnügungen gewidmet, und auch diese Stunden sind von hohem Werthe. Wendet sie das Kind aus eigenem Antriebe zu seiner Entwickelung an, sei es in der Sphäre des Angenehmen, oder des Nützlichen, so hat, Dank unserer Sorgfalt oder der Natur, die Vorstellung des Vergnügens bei ihm eine glückliche Richtung genommen. Aber wie weise und freigebig hat sich die Natur, oder vielmehr die Vorsehung, gegen das Kind erwiesen! Wie bewundernsw'erth ist die Vertheilung der jedem Alter nöthigen Gaben! In der intellektuellen wie in der moralischen Welt sind jene Fähigkeiten, welche der künftigen Entwickelung den Impuls geben, besonders in der Kindheit thätig, die, welche zur heftigen Verfolgung eines Zieles dienen, ragen in der Jugend hervor, und in den reifer« Jahren sind die Neigungen zur Meditation dermaßen vorherrschend, daß es scheint, als sei Alles eine Vorbereitung für die innere Vervollkommnung gewesen. Wenn daher, bei der moralischen Erziehung, den Müttern die Bildung der Triebfedern des Willens nicht genug ans Herz gelegt werden kann; wenn es ihnen obliegt, diejenigen Gefühle zu wecken, die der Lebensthätigkeit eine heilsame Richtung geben; so müssen wir, bei der intellektuellen Erziehung, den ähnlichen Rath ertheilen: trachtet darnach, jene Neigungen, jene Reize zu wecken, welche Triebfedern für den Verstand sind. Findet derselbe einmal Freude an seiner eigenen Thätigkeit, so wjrd es euch nicht