Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1836
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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scheidet vielleicht über die folgende; denn wo diese unwillkührliche Aufmerksamkeit nicht gehörig erweckt wurde, da wird in der Folge auch diewillkührliche mangeln. Wenn ein Kind unftät anschaut, wenn es mit Zerstreuung hört, dann wird man in seiner Art zu sein so wie in den Begriffen, die es sich bildet, etwas Schwankendes bemerken; die Verwirrung in seinen Wahrnehmungen wird in seine Sprache übergehen. Da die sinnlichen Vorstellungen den moralischen Begriffen gleichsam zur Form dienen; da alle abstrakten Ausdrücke eine materielle Wurzel haben und nur dann ihre volle Klarheit erhalten können, wenn sie Bilder vor reellen Gegenständen erregen: so ist von einem Kinde nur wenig zu hoffen, das nicht damit begonnen hat, sich klare und deutliche Vorstellungen von den Dingen zu bil-den. Haben die sinnlichen Eindrücke des Kindes den erforderlichen Grad der Lebhaftigkeit, so bemächtigt sich der Gegenstand, der sie verursacht hat, seiner Einbildungskraft; Erinnerungen des Schmerzes oder des Vergnügens gesellen sich hinzu und aus denselben entspringen Antriebe zur Thätigkeit; sobald es aber einen Zweck im Auge hat, gebietet es seiner Aufmerksamkeit. Wenn die Aeltern nicht, aus allzuängftlicher Zärtlichkeit, es vor den Ungemächlichkeiten des physischen Lebens zu sorgfältig bewahren, so mul es darauf denken, dieselben zu vermeiden. Es wird den Boden betasten, um nicht zu fallen, auf die Ecken der Wände und Geräthe merken, um denselben auszuweichen. Haben sie aber in solchem Grade Angst für das Kind, daß es nicht dazu kommt, selbst Angst für sich zu haben, so ist die Hälfte der Antriebe, und zwar die zuverläßigere, die der Furcht, verloren, und es bleibt nur noch die der Hoffnung übrig. Glücklicherweise lebt es von Hoffnung, welche ihm eine unversiegbare Quelle« der Thätigkeit ist. Es möchte ein