Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... statt habenden öffentlichen Prüfung in der Bürger- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1836
- Date
- 1836-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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4 Lectionen, die nur einen kleinen Raum im Leben einnchmen, scheinen auch keine große innere Wirkung hervorzubringen, und die besten Erwerbungen, die dieses Alter macht, sind mehr zufällig und umvillkührlich. Freiwillig anschauen, thätig sein, hören und antworten — das sind die Mittel, durch welche das Kind sich am meisten entwickelt. Diese zwanglose Geistesbildung, welche jetzt die bedeutsamste ist, verdient daß wir sie zum Gegenstände sorgfältiger "Betrachtung machen, ehe wir untersuchen, in wie fern' schon in diesem Alter die erste Anwendung der Regeln unö der Methode im Unterrichte ersprießlich sein mag. Die ersten Bemühungen der intellektuellen Erziehung mußten dahin zielen, die Kinder immer fähiger zur Aufmerksamkeit zu machen, und diese Erziehung mußte ihr Werk schon im zartesten Alter beginnen. Versuchen wir die Fortschritte derselben zu verfolgen. Das erste Erwachen der Aufmerksamkeit geschieht immer unwillkührlich. Eine lebhafte Empfindung oder Wahrnehmung kann die ganz^ Seele des Kindes in dem Grade beschäftigen, daß keine andere Empfindung zu ihr dringen kann. Eine angenehme Musik, ein durch Gestalt, Farbe oder Bewegung auffallender Gegenstand, kann bei kleinen Kindern und oft sogar bei Erwachsenen eine Unterbrechung aller andern Eindrücke bewirken. Es könnte demnach scheinen, als ob, bei der so natürlichen und unwülkührlichen Uebung der Aufmerksamkeit, alle Erziehung überflüssig sei. Dennoch ist -ieß keineswegs der Fall. Zuvörderst muß es als zweckmäßig erachtet werden, daß Ruhe und Stille um das neugeborne Kind herrsche, damit die Eindrücke, die es durch die Sinne empfängt, ohne einen übermäßigen Grad von Stärke, dennoch deutlich und bestimmt seien. Diese erste und niederste Stufe der Aufmerksamkeit ent-