Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1832
- Date
- 1832-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 21)
- Language
- German
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17 und die Leidenschaften bezähmt, in Leiden als eine Trösterin», in der Verirrung als ein warnender und zurechtweisender Genius sich erweiset, so verleihet sie auch dem Weibe einen Reiz, der die Herzen fesselt. Wie rührend ist in den Schmerzen der Seele die Ergebung des frommen Weibes, in der Andacht sein thränenvolles Auge, wie erwärmend und belebend sein vertrauliches Gespräch, wie herzlich seine Theilnahme, wie hülfreich und unverdrossen sein Beistand, wie erquickend die Worte feines Trostes. Ihr Mütter, die ihr so sehr bemühet seyd, eure Töchter mit Allem zu schmücken, was Reiz und Anmuth verleihet, wahrlich, die Würde und Milde, die ein religiöser Sinn über das Weib verbreitet, müßte Euch bewegen, der religiösen Bildung die höchste Sorgfalt zu widmen. Soll aber die religiöse Bildung zur vollen Blüthe gelangen und ergiebig an schönen Früchten seyn, so muß sie im zarten Alter beginnen. Der Mann, der für eine, durch den reinen Verstand erkannte Wahrheit in Begeisterung gerathen, bei welchem eine Idee durch den Verstand den Weg zum Herzen nehmen kann, er mag vielleicht, in der Jugend vernachlässigt, im reifem Alter nicht nur zur kalten Erkenntniß der Religion, sondern sogar zur warmen Religiosität gelangen; in dem Weibe aber können nur solche Ideen, die an einer Saite des Herzens widertönen, oder mit dem Leben in engerer Verbindung stehen und mit den übrigen Gedanken und Empfindungen verschmelzen, sich dauernd befestigen und den Willen bestimmen, was aber dem theoretischen Verstände allein angehört, bleibt nur etwas Äußerliches und Fremdes, um so mehr, als der Geist des Weibes früher 2