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Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde · 1832-01-01 · 1832 · p. Seite 15

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Journal
Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
Volume
1832
Date
1832-01-01
Page
Seite 15 (sequence 19)
Language
German
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IRI
…/9643689-7657316--050-7657333
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15 streitig macht, ist die ihr inwohnende Kraft in Leiden zu trösten. Sie lehret die Leiden als die von einem allgütigen Wesen angewendeten Mittel zu unserer Besserung betrachten, hält die Hoffnung auf baldige Erlösung aufrecht und gibt dem Geist eine Herrschaft über das Gemüth, die selbst ein linderndes Erleichterungsmittel der Schmerzen ist. Wer bedürfte aber dieser tröstenden Kraft mehr als das Weib? Von welchen vielfältigen Schmerzen, nicht des Körpers allein, sondern auch der Seele, wird es heimgesucht, die sein wärmeres Gefühl um so tiefer empfindet. Wie rauh und unfreundlich gestaltet sich ihm oft das häusliche Leben an der Seite eines rohen, despotischen oder ausschweifenden Mannes; wie leidet sein Herz am Krankenbette geliebter Kinder, bei der Trennung von denen, an die seine Seele hängt. Dem Mann stehen so mancherlei Zerstreuungen zu Gebote, die ihn seinen Kummer vergessen machen; minder innig ist seine Anhänglichkeit an die geliebten Gegenstände, minder warm seine Theilnahme an ihren Leiden; durch Nachdenken über den Wechsel des Glückes ist er der Erfahrung vorgeeilt, und das Unglück hat für ihn die Neuheit nicht, die es so schrecklich macht. Das Weib aber, welches mit allen Wurzeln und Fasern seines Wesens an den Gegenständen seiner Liebe, an dem, was ihm durch Gewohnheit theuer geworden, hängt, und sich um so tiefer in seinen Gram versenkt, je weniger sein Blick von seinem gewöhnlichen Kreise abgezogen wird — wo soll es Trost finden und Kraft um nicht zu unterliegen, wenn nicht die Religion, hinweisend auf den, der die Leiden auferlegt, der die trostloseste Lage umwandeln und die tiefsten Wunden heilen kann, dem Schmerze seinen Stachel nimmt und der Seele eine stille Fassung einflößt.

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