Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1832
- Date
- 1832-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 18)
- Language
- German
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14 welk will er vollbringen. Aller dieser mächtigen Antriebe entbehret das Weib; nur einem engen Kreise ist seine Thätigkeit gewidmet, nur auf Wenige erstreckt sich der Einfluß seiner Wirksamkeit und die edelsten Karaktere, das Beste, was sie leisten, überschreitet die Grenzen des Hauses nicht und bleibt den Augen der Welt verborgen; seine größten Zierden sind Tugenden, die sich nur im vertrauter» Umgänge offenbaren: die Liebe zur stillen Eingezogenheit, die Geduld und Selbstverläugnung in beständiger, geräuschloser Thätigkeit für Andere, die Ertragung so mancher Beschwerde, die Verzichtleistung auf manchen Lebensgenuß. Da muß ihm oft der Muth sinken, Mißlaune und Unzufriedenheit mit seiner Lage sich der Seele bemächtigen und der Wunsch rege werden, sich von so vielen lästigen und durch keinen öffentlichen Beifall belohnter Pflichten loszumachen, wenn nicht der Hinblick auf den, dem auch die stille Wirksamkeit nicht entgeht, der unser Thun mehr nach dem Willen und der Gesinnung, als nach dem Umfange und der Wirkung richtet, und dessen Weisheit dem Weibe seinen Beruf angewiesen, ihm den freudigen Muth erhält, und die Ansprüche und Wünsche zügelnd, ihm das Gute seiner Lage erkennen und würdigen und in der innern Zufriedenheit und in den häuslichen Freuden seine Belohnung finden lehrt. Gewiß, die ächte Religiosität ist ein schützender Damm gegen die flüchtige und wandelbare Gemüthsart, die den häuslichen Kreis verleidet. Sie öffnet das Herz einer warmen Familienliebe; sie weckt und nähret den Geist der Eintracht, der allein alle engen Verbindungen dauernd erhält; sie verstärkt das Pflichtgefühl und macht, daß man das Beschwerliche mit Lust thut. Ein anderer Vorzug, den wohl Niemand der Religion