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Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde · 1832-01-01 · 1832 · p. Seite 12

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Journal
Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
Volume
1832
Date
1832-01-01
Page
Seite 12 (sequence 16)
Language
German
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IRI
…/9643689-7657316--047-7657330
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lenden Neide, und tödtet allen Sinn für das Höhere. Gegen diese beiden Neigungen gibt es keine besser schüzzende Waffe, als lebendige Religiosität. Sie lenket den geistigen Blick vom Äußerlichen auf das Innere, mahnt den Menschen, sein Thun nach dessen sittlichem Werthe zu messen, und durch häufige Selbstprüfungen zur Kenntniß seiner Mängel und Gebrechen zu gelangen; sie bewahret das Gemüth, daß es nicht in das Irdische und Sinnliche gänzlich versinke und die höhere Bestimmung aus dem Auge verliere; sie erhält dem Herzen seinen inner» Reichthum, verbannet die Leere, die in die Zerstreuungen hinaustreibt, und lehrt die Genüsse verachten, bei welchen Herz und Gemüth leer ausgehen. Sie weist den Menschen zwar auf seine Höhe und seinen Adel hin, erinnert ihn aber auch beständig an seinen weiten Abstand von dem Ideale der Vollkommenheit, an seine angeborne Schwäche und an den immerwährenden Kampf, den er mit der Sinnlichkeit zu bestehen hat, und erzeugt die schönen Tugenden der Demuth und Bescheidenheit, mit welchen die Eitelkeit unvereinbar ist. Der Mensch soll aber nicht bloß das Böse meiden, sondern auch das Gute ausüben, und dieses bewirkt die Religion. Das Moralgesetz äußert seine Wirkung mehr verhindernd und bezähmend, als anspornend; seine Stimme hat mehr Kraft vom Bösen abzuhalten, als zum Guten anzutreiben. Die innere Zufriedenheit, die einer guten Handlung folgt, ist nur für diejenigen reizend, die sie schon oft empfunden, und die Verbindung, in welcher Glückseligkeit und Tugend stehen, kennen gelernt haben. Die Freude die aus guten Handlungen entspringt ist nicht immer gleich; sie ist, wie unser Gefühl überhaupt, unbestimmt und wandelbar; sie hängt von der Gemüthsart

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