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Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde · 1832-01-01 · 1832 · p. Seite 5

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Journal
Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
Volume
1832
Date
1832-01-01
Page
Seite 5 (sequence 9)
Language
German
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IRI
…/9643689-7657316--040-7657323
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den andern, das Herz bewegenden Neigungen behaupte; es bedarf der Bildung und Läuterung, damit es in keine falsche, seiner Bestimmung widerstrebende Richtung gerathe. Daß aber das religiöse Gefühl in der weiblichen Brust tiefere Wurzeln habe und mit der Natur desselben noch inniger als mit der männlichen verflochten sey — wer kann das verkennen? Ist dem Weibe überhaupt ein feineres und regsameres Gefühl verliehen, scheint es die Gabe zu besitzen, das dem Verstände Dunkele und Verborgene mit einem, fast wunderbaren Ahnungsvermögen zu schauen und zu empfinden: wie sollte es nicht ergriffen werden von der Ahnung eines unsichtbaren, in der Natur waltenden und sie belebenden Wesens, wenn sich ihre Wunder vor seinem Auge entfalten, wenn unnennbare und überschwengliche Gefühle ihm das Herz bewegen, wenn es im dunkeln Labyrinthe des Lebens keine Bahn zu erspähen vermag und wenn unerwartet ein Ausgang sich vor ihm öffnet. Die Empfänglichkeit für das Religiöse liegt in der sittlichen Natur des Menschen, und Religiosität muß auf Sittlichkeit gegründet seyn, wenn sie ächt und rein, wenn sie mehr als religiöse Sinnlichkeit und bigotte Furcht seyn soll. Das Weib aber ist hierin vorzüglich begünstigt: Gefühl für das Rechte und Gute ist ihm tief eingeprägt. Der zergliedernde Verstand des Mannes kann Sittlichkeit und Religion trennen, dem stets das Ganze umfassenden Gefühle des Weibes sind sie in eins verbunden; ihm wird der moralische Sinn zum religiösen, die Tugend zur Frömmigkeit und jeder schöne Zug seines Innern zum Spiegel des Himmels. Der Mann will alles ausmitteln, ergründen und beweisen und das entfremdet ihn der Religion, welche Glauben fordert;

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