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Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde · 1832-01-01 · 1832 · p. Seite 4

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Journal
Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
Volume
1832
Date
1832-01-01
Page
Seite 4 (sequence 8)
Language
German
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IRI
…/9643689-7657316--039-7657322
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4 Gesellschaft erblicken, in jeder Beziehung ist sie für das weibliche Geschlecht ein eben so großes Bedürfniß, als für das männliche. Wenn wir den Menschen mit unbefangenem Blicke beobachten, so werden wir nicht läugnen können, daß das religiöse Gefühl der menschlichen Natur wesentlich und eigenthümlich ist. Es offenbart sich bei den rohen, in den Urwäldern und Steppen zerstreuten Horden, wie bei den hochcultivirten Nationen, in der Vollkraft des geselligen Zustandes, wie in dem Verfalle der Civilisation; es offenbart sich als ein wunderbares Gefühl, das oft die Leidenschaften besiegt, den stärksten Trieben Schweigen gebietet und selbst dem Tode trotzt. Wissenschaft und Erfahrung können es in eine andere Sphäre verdrängen, aber nicht aus dem menschlichen Herzen vertilgen, und mit der fortschreitenden Aufklärung, mit der Erweiterung der Gebiete des Wissens tritt es weiter zurück, bleibt aber immer da stehen, wo die nähere oder entferntere Grenzlinie unseres Wissens gezogen ist. Dieses Gefühl kann, wie jedes andere, nicht nur mißleitet und verfälscht werden, es kann auch, wenn es nicht genährt und lebendig erhalten wird, ermatten und ersterben; es kann von den mächtigen und stets regsamen sinnlichen Neigungen und Begierden in die Tiefen des Gemüths dergestalt zurückgedrängt werden, daß der Mensch die Existenz desselben in Zweifel zu ziehen anfängt und sie endlich läugnet; oder er wird durch Intoleranz zum Widerstande gereizt und in der Behauptung seiner Unabhängigkeit kehrt er die Waffen seines Geistes gegen dasjenige, was er als die Ursache der Tyrannei ansieht. Darum bedarf das religiöse Gefühl der Nahrung und sorgfältigen Pflege, damit es erkräftige und sich neben

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