Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1830
- Date
- 1830-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 19)
- Language
- German
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15 sch ästs mann, wie trocken und starr ist seine Einbildungskraft. In keine Situation, in keinen Gemüthszustand, so lebhaft ihr ihm dieselben darstellen möget, weiß er sich zu * versetzen, und kalt bleibt er bei den Wunderwerken der Natur und Kunst, wie bei den größten Ereignissen der Menschenwelt. Hort ihn aber von einer vorteilhaften Spekulation sprechen und sehet, mit welcher bewundernswerthen Lebendigkeit er dieselbe auszumalen und sich alles dessen zu erinnern weiß, was mit derselben in irgend einer Verbindung steht und wodurch ihr Gelingen gefördert werden kanrr. Jener Rechenmeister, dessen Vorstellungsvermögen immer Zahlen zu sehen und zu verbinden gewohnt ist, wie leicht wird es ihm, eine Menge von Zahlvcrhältnissen im Gedächtniß zu behalten. Wollt ihr, daß er sich für etwas interessiere und es sich einpräge? bringt es mit Zahlen in Verbindung und es wird euch unfehlbar gelingen. Doch wozu die Belege für den Einstuß der Jdeenverbindung auf das Gedächt- * niß noch weiter ausdehnen, da sie sich dem Beobachter der menschlichen Denkweisen überall darbieten. Wenn demnach das Gedächtniß seine Grundlage in der Jdeenverbindung hat; wenn sich das am dauerndsten einprägt, was mit denjenigen Vorstellungen, die am öftersten in uns wiederkehren, weil sie mit unfern Neigungen nnd unserer Lebensweise zusammenhängen, in einer nähern Beziehung steht: dürfen wir uns dann wundern, wenn Kenntnisse, die gleichsam isolirt, außer allen Zusammenhang mit seinem gewöhnlichen Jdeenkreis, im Kopfe des Schülers liegen und auf die er außer der Unterrichtsstunde durch nichts hingeleitet wird, auch nicht im Gedächtnisse haften? Wenn er nach dem Austritt aus der Schule dasjenige gänzlich bei Seite legt, worauf Beruf, Umgang, tägliche Unterhaltung fast gar nicht mehr zurückführen und an das ihm Wichtige und Interessante anknüpfen? Dürfen wir uns