Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1830
- Date
- 1830-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 14)
- Language
- German
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10 fange seines Denkvermögens nicht, worüber er, auch in Abwesenheit jener Ursachen gebieten könnte. Durch die Wortsprache aber ist er im Besitze der allgemeinen Kcnntniß jener Verhälnisse, vermittelst der Zeichen in Klassen und Gattungen gruppirt, die er um so leichter behält, als sie mit den Eindrücken, die er stets empfindet, verkettet sind. Die gleichen oder ähnlichen Eindrücke, sie mögen durch zwei oder tausend Gegenstände erregt werden, sind nicht mehr eben so viele getrennte, aufeinander folgende Wahrnehmungen, die nicht festgehalten werden können, sondern durch das Wort zu einem Begriff, einem Zeichen gestaltet, welches alle diese Wahrnehmungen zurückruft und im voraus alle gleichartigen in sich begreift. Er besitzt, in einem Begriffe, eine unbegrenzte Masse individueller Erkenntnisse, die ihm alle zu Gebote stehen vermittelst des Zeichens, das je nach dem jedesmaligen Bedürsniß, bald die Gesammtheit als Begriff, bald ein Einzelnes als Wahrnehmung zurückruft. Wie viele Motive zur Rückerinnerung unendlich verschiedener Dinge. Wenn bei dem Thiere einige Eindrücke eine Wahrnehmung oder ein Gefühl zurückrufen können, so rufen im Menschen tausend Eindrücke oder Wahrnehmungen einen Begriff zurück, wie dieser wieder unzählige von jenen erweckt, und noch viele andere Begriffe, die etwas von denselben Elementen in sich enthalten. Jedes Wort ist gleichsam ein Brennpunkt, aus welchem eine Menge von Begriffen wie Strahlen zu vielen andern auslaufen, die wieder selbst neue Brennpunkte anderer Cyclus von Begriffen sind, und so durchlaufen diese Kreise gleichsam die ganze Wörtermasse der Sprache. Ein Wort setzt den Geist nach tausend verschiedenen Richtungen in Bewegung. Man nehme in einer Sprache irgend ein Wort, immer wird man, mehr oder weniger, dieselben Eigenschaften in der nominellen Vereinigung seitler Elemente sin-