Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1830
- Date
- 1830-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 12)
- Language
- German
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8 Da nur unsere mannigfachen Bedürfnisse und die ans denselben entspringenden Begierden, Leidenschaften, Neigungen und Abneigungen mit einander in Verbindung stehen, so bilden dieselben ein Gewebe von zusammenhängenden Vorstellungen und die Grundlage sehr vieler Jdeenverbindungen, die ersten Ringe von Ketten, die sich in allen Richtungen verschlingen und an denen der Geist stets hinauf und herabsteigt, und solchergestalt alle gehabten Vorstellungen und deren Zeichen aus der Tiefe, wo sie gleichsam versteckt liegen, jeden Augenblick herauf beschwört, und indem er diese Operation gar vielfältig wiederholt, sich die Masse seiner Vorstellungen immer mehr aneignet und in sich befestigt. Diese 2deenverbindungen werden um so wirksamer zur Zurückrufung der Vorstellungen seyn, je vertrauter wir mit denselben durch öftere Wiederholung geworden sind, und dieses wird um so mehr der Fall seyn, je näher sie mit den, durch unsere Bedürfnisse, Neigungen und Gewohnheiten erzeugten Ideen verwandt sind; denn in jedem' Augenblick mit diesen ursprünglichen Vorstellungen beschäftigt und unsere Aufmerksamkeit auf dieselben richtend, wird es uns immer leichter und geläufiger werden, alle mit denselben auf irgend eine Weise verbundenen Vorstellungen in jedem Augenblick zu erwecken, und so werden diese die Energie und gleichsam die leichte Erregbarkeit der Fundamentalvorstellungen erlangen und unsere Herrschaft über das sämmtliche Jdeengebiet immer mehr begründen und erweitern. Ohne die wunderbare Erfindung der willkührlichen Zeichen und besonders der Tonsprache würde jedoch der Mensch niemals dahin gelangen, seine Vorstellungen mit Willknhr szu beherrschen und die beliebigen hervorzurufen, pnd er würde nicht allein ohne Gedächtniß seyn,*) sondern *) Wir begreifen unter Gedächtniß auch die Erinnerungskraft.