Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1830
- Date
- 1830-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 11)
- Language
- German
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7 selbe erzeugte, beim Erblicken seiner Farbe, das Ding selbst so vor, als ob wir es vor Augen hätten. Dieses Vermögen nennen wir Einbildungskraft. Sehr oft sind wir jedoch nicht im Stande, die gehabte Vorstellung wieder in solcher Stärke zu erwecken, und mit aller Anstrengung vermögen wir uns nur den Nahmen oder einige Umstände und Nebendinge, von denen sie begleitet war, zurückzurufen. So möchte es uns schwer fallen, uns den Geruch einer seltenen Blume, die Gesichtszüge eines gewöhnlichen Menschen, den wir nur einmal gesehen haben, zurückzurufen, wenn wir uns auch des Rahmens und einiger Umstände, unter denen wir sie gesehen, erinnern können. Das Vermögen welches diese Erinnerungen hervorbringt, trennen wir: Erinnerungskraft, in so fern wir aber ein Fortdanrcn der Vorstellungen in uns dabei voranssetzen: Gedächte n i ß, und zwar das Fortdauern der Vorstellung selbst Sachgedächtniß, was eigentlich zur Einbildungskraft gehört, das der Nahmen aber Wortgedächtniß. Diese beiden Vermögen aber, ohne welche alles Denken unmöglich wäre, sollten sie nicht ihren Grund in einer andern Eigenschaft des menschlichen Geistes haben, in dem der Ideenverbindung? Diese entsteht nicht durch innere Verwandtschaft der Vorstellungen, durch Ordnung und Synretrie allein, sondern es ist hinreichend, daß wir unsere Aufmerksamkeit auf mehrere Gegenstände zugleich richteten > und daß Vorstellungen zu gleicher Zeit entstanden, um einander zu erwecken und gegenseitig Mittel der Erinnerung zu werden. Von dem Grade unserer Aufmerksamkeit aber, als die Gegenstände sich uns zuerst darstellten, und also von der nähern oder entfernter n Beziehung, in welcher diese zu unfern Bedürfnissen, Neigungen unb Gewohnheiten stehen, hängt vorzüglich der Umfang und die Stärke der dadurch bewirkten Ideenverbindungen ab.