Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1830
- Date
- 1830-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 10)
- Language
- German
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6 schäftigung mit diesen wissenswürdigen Zweigen der menschlichen Erkenntniß ein Mittel zur edlen Anwendung der Musestunden zu suchen, oder nur der geselligen Unterhaltung, wenn sie sich etwa darauf hinlenkt, einige Aufmerksamkeit und Theilnahme zu schenken. Worin liegt der Grund dieser so unerfreulichen Erscheinung? Sollte er, neben andern, außer dem Bereich unserer Willkühr liegenden Umständen, nicht auch in der Art und Weise zu finden seyn, wie man das Festhalten des Erlernten zu bewirken sucht? Sollte es wohl genügen, mit einer faßlichen und gründlichen Lehrart Wiederholen und Auswendiglernen zu verbinden, oder müssen wir einen andern Weg!einschlagen, um unfern Zweck zu erreichen? Vielleicht führen einige Betrachtungen über die Natur und die Wirksamkeit des Gedächtnisses zu einigen fruchtbaren Ideen über diesen so wichtigen Theil der Didaktik. Was ist Gedächtniß und wodurch unterscheidet es sich von Einbildungskraft? Daß beide Seelenvermögen nahe verwandt sind, ist offenbar und von allen Psychologen anerkannt; worin aber unterscheiden sie sich und aus welchem gemeinschaftlichen Prinzip entspringen sie? Ist die große Verschiedenheit an intensiver Kraft und an Umfang, in der sie sich bei den Menschen äußern, eine rein organische, odex, zum Theil wenigstens, ein Werk der Erziehung und der Umstände? Es seyen uns hierüber einige Betrachtungen ertaubt. Von den Wahrnehmungen oder Vorstellungen, welche die äußern Gegenstände vermittelst der Sinne in uns erzeugen, dauert ein Theil noch in uns fort, wenn jene Gegenstände unfern Sinnen gänzlich entrückt sind, und zwar gewöhnlich in derselben Ordnung, wie sie entstanden und von uns aufgefaßt wurden. So stellen wir uns bei dem bloßen Nahmen eines Dinges, bei dem Ton, den das-