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Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde · 1830-01-01 · 1830 · p. Seite 5

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Journal
Einladungsschrift zu der auf den ... statthabenden öffentlichen Prüfung in der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde
Volume
1830
Date
1830-01-01
Page
Seite 5 (sequence 9)
Language
German
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IRI
…/9643689-7657274--010-7657281
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monstration des reinen Verstandes fähig sind, sondern als Nesnltate der von Andern gemachten Wahrnehmungen und Erfahrungen gegeben werden müssen. Don dieser Vernachlässigung des Gedächtnisses ist man in der neuern Zeit zurückgekommen und die Ueberzeugung, daß ein Vorrath von Kenntnissen in dem Gedächtnisse niedergelegt werden müsse, hat in den meisten Schulen die Oberhand erhalten. Ohne in den ehemaligen geisttödtenden Mechanismus zurück zu sinken, sucht man die wichtigsten R esu l t a te der Wissenschaften, an denen man den Geist des Schülers geübt hat, zu seinem bleibenden Eigenthume zu machen, indem man sie, in präcise Aussprüche zusammengefaßt, dem Gedächtnisse überliefert. Wer indessen Gelegenheit hat, die Jugend einige Jahre nach ihrem Austritt aus der Schule, oder nach dem lange Zeit hindurch genossenen Privatunterricht zu beobachten, wird sich nicht verbergen können, wie von dem Erlernten, mit Ausnahme derjenigen Kenntnisse, die durch fortwährende Anwendung festgehalten werden, nur wenig im Gedächtnisse geblieben ist, wie überhaupt das Interesse an demselben so gering ist, daß solche Jünglinge, die ihr Wissen darin zu befestigen, erweitern und auszubilden trachten, zu den Seltenheiten gehören, und wie das Erlernen noch einer oder andern der neuern Sprachen, und zwar nur aus d em Gesichtspunkte und in dem Umfange, als deren Kenntm'ß praktisch nothwendig oder nützlich erachtet wird, die einzige Geistesbeschäftigung neben einer flüchtigen, zerstreuenden Unterhaltungs-Lektüre ausmacht. Wenn dies bei den meisten I ü n g l i n ge n der Fall ist, so dürfen wir uns um so weniger wundern, wenn wir bei erwachsenen Mädchen oft kaum mehr eine Spur von den Kenntnissen wahrnehmen, die ihnen in der Schule gelehrt wurden, noch seltner aber der Neigung begegnen, in der Be-

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